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24. März 2015

Wenn Küken groß werden

Land und die BUND-Jugend ehren Maja und Ida Spanke für ihre tollen Hühner-Tagebücher.

  1. Mit ihrem Küken-Tagebuch haben Maja und Ida Spanke beim 22. Naturtagebuch-Wettbewerb der BUND-Jugend einen 1. Preis gewonnen. Foto: Privat

STUTTGART/STEINEN (BZ/rbr). Der Name Spanke ist immer wieder für einen Nachwuchspreis gut: Diesmal gewannen die Schwestern Maja (8) und Ida Spanke (6) aus Steinen beim 22. Naturtagebuch-Wettbewerb der BUND-Jugend einen ersten Preis auf Landesebene und einen zweiten Preis im Bundeswettbewerb.

Über 600 Kinder haben sich 2014 am 22. Naturtagebuch-Landeswettbewerb beteiligt. Im Beisein von Ministerialdirigent Wolfgang Baur vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz zeichneten EWS-Mitbegründerin und Umweltpreisträgerin Ursula Sladek, die schönsten Naturtagebücher von Kindern aus ganz Baden-Württemberg im Stuttgarter Linden-Museum aus. Insgesamt gab es über 100 Preisträger.

Maja und Ida beschäftigten sich tagebuchmäßig mit dem Werdegang von Küken, die ihre Mutter Renate Spanke aus dem Vogelpark Steinen besorgt hatte. Die Biologielehrerin wollte eigentlich ein Hühner-Beobachtungsprojekt am Lörracher Schüler-Forschungszentrum Phaenovum initiieren. Dort aber kam, wie sie erzählt, die anvisierte Gruppe 13-Jähriger mit dem Bau der Käfige einfach nicht voran, weshalb Spanke das Projekt kurzerhand in den eigenen Hausgarten verlagerte. Und so beobachteten nun die jüngsten Töchter den Werdegang der Küken, die allmählich zu Hühnern wurden. Immer wieder haben sie die Vögelchen gewogen und mit Fotos genau ihr Wachstum und die Veränderungen dokumentiert. Dabei haben die Schwestern so gut wie nichts ausgelassen: Im Tagebuch ist etwa in kindlicher Krakelschrift zu lesen: "Inzwischen machen die Hühner keinen Klacks mehr, sondern schon richtige Kackhaufen!"

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Aus den vielfältigen Beobachtungen ist ein detailreiches Tagebuch entstanden. Darin wird deutlich, wie viel die Kinder gelernt haben, aber auch, wie viel Spaß die beiden mit den Hühnern hatten. Dafür bekamen sie einen ersten Preis auf Landesebene zugesprochen und einen zweiten Preis im Bundeswettbewerb.

"Ich freue mich unglaublich", meinte Renate Spanke gestern am Redaktionstelefon. Vor allem den Durchhaltewillen ihrer Töchter findet die Lehrerin bemerkenswert. Dabei dürfte sie sich inzwischen doch gar nicht mehr über ihren forschenden Nachwuchs wundern. Die beiden Großen, Ronja und Tobias, sorgen seit vielen Jahren beim Wettbewerb Jugend forscht mit immer neuen Preisen für Aufsehen. Und auch bei ihnen zeigte sich bereits ein großer Forschergeist in Kombination mit dem festen Willen, auch noch das letzte Detail des jeweiligen Experimentes herauszubekommen. "Das war und ist nicht immer einfach", gibt Mama Spanke am Telefon lachend zu.

"Ich bin davon überzeugt, dass der intensive Bezug zur Natur, der während dem Erstellen eines Naturtagebuchs entsteht, auf eine positive Art prägend ist", meinte Projektleiterin Ladi Oblak von der BUND-Jugend Baden-Württemberg. Wenn bereits nach ein paar Naturtagebuchseiten aus einem beobachteten Baum "mein Baum" wird, ist ein wichtiger Schritt für den zukünftigen Natur- und Umweltschutz getan. "Bereits Kinder und Jugendliche sollen das Wissen und die Fähigkeiten erlangen, aktiv und eigenverantwortlich eine nachhaltige Zukunft mit zu gestalten. Der Naturtagebuch-Wettbewerb eignet sich hierfür hervorragend", meinte Ministerialdirigent Wolfgang Baur bei der Preisverleihung.

Ursula Sladek, die Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2013, war beeindruckt von den Naturtagebüchern: "Es ist toll zu sehen, wie aufmerksam die Mädchen und Jungen die Natur beobachtet haben und wie genau sie ihre Beobachtungen dokumentiert haben", so Sladek. Nicht schlecht staunte die Schönauerin auch über die Preisträgerinnen aus dem Wiesental. Die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg förderte den Wettbewerb 2014 mit über 33 000 Euro. Eine Auswahl Naturtagebücher war bei der Preisverleihung ausgestellt.

Kontakt: Projektleiterin Naturtagebuch: Ladi Oblak, 0711/619 70-26 oder ladi.oblak@bund.net. Weitere Informationen:http://www.naturtagebuch.de und http://www.stiftung-naturschutz-bw.de

Autor: bz