Stühlinger Klinik übernimmt ärztliche Betreuung

Andreas Mahler

Von Andreas Mahler

Mi, 02. August 2017

Stühlingen

14 Kinder aus der Region Tschernobyl genießen Kuraufenthalt am Hochrhein / Chefarzt Christian Saurer unterstützt die gute Sache.

STÜHLINGEN. Der Verein "Zukunft für Ritschow – Leben nach Tschernobyl in der Region Gomel/Belarus" lädt seit 2008 Kinder im Alter von 9 bis 15 Jahren zu einem mehrwöchigen, ärztlich betreuten Heilaufenthalt am Hochrhein, im Schwarzwald und in der Schweiz ein. Dieses Jahr sind 14 Kinder vom 16. Juli bis 12. August bei Gastfamilien untergekommen.

Auf einer 30-stündigen Busfahrt ist die Gruppe in den Südschwarzwald angereist. Zwei Kinder logieren in der Schweiz, der Rest bei Gastfamilien in Waldshut, Krenkingen und Wutöschingen. Fester Bestandteil des Konzepts ist eine ärztliche Betreuung. Das Klinikum Stühlingen hat es für dieses Jahr übernommen, eine kostenlose ärztliche Untersuchung durchzuführen. Sie beinhaltet die Untersuchung von Lunge, Herz und Blut, das Messen des Blutdrucks sowie die Beurteilung des Allgemeinzustandes. Vergangenen Dienstag um 14 Uhr waren die Kinder mit den Gasteltern und Betreuern im Stühlinger Krankenhaus für den Gesundheitscheck versammelt. Frau Breier aus Waldshut erklärte im Gespräch mit der BZ, warum ihre Familie ein Kind aufgenommen hat. Wichtig sei ihr, dass ihr eigenes Kind Erfahrungen mit einer anderen Kultur mache. Die Kinder aus Belarus haben bei weitem nicht die materielle Versorgung, sprich Kleidung, Spielzeug etc., wie das bei uns üblich sei. Davon etwas unmittelbar abgeben zu können, sei eine Herzensangelegenheit. Man werde im Gegenzug als Gastfamilie durch das Gastkind um eine kulturelle Erfahrung bereichert, die einem sonst fern bliebe. Mit der Verständigung sei es zwar nicht einfach. Aber die deutschen wie die weißrussischen Kinder lernten schnell, sich in der jeweiligen Sprache zu verständigen. Teilweise gingen die Gastkinder in den letzten Schultagen mit in die Schule. Allgemein könne gesagt werden, dass es um das Immunsystem der Kinder nicht so gut bestellt sei. Diesbezüglich seien die Ausflüge in der Region förderlich. Bisher sei die Gruppe in der Sommerfrische auf dem Feldberg und auf der Mainau gewesen. Chefarzt Christian Saurer findet diesen Austausch "eine gute Sache", die das Klinikum Stühlingen gern unterstütze.