Schulchöre begeistern mit Musical "Petrus"

Jennifer Ruh

Von Jennifer Ruh

Di, 24. April 2018

Sulzburg

Mit der Jesus-Gang auf Tour: Geschichte des Jüngers Petrus wird in moderner Sprache erzählt.

SULZBURG. Die Schulchöre der Ernst-Leitz-Schule Sulzburg und der Sonnenbergschule Ballrechten-Dottingen begeisterten mit dem – leicht jazzig angehauchten – Musical "Petrus” in der St. Cyriak Kirche in Sulzburg. Das Musical erzählt in moderner Sprache die Geschichte des Jüngers Petrus, der sich der Jesus-Gang anschließt und mit ihr zusammen auf Tour geht.

Insgesamt 80 Kinder haben sich, unter der Leitung von Musiklehrerin Antje Hepper, seit Januar auf diesen ganz besonderen Auftritt vorbereitet. In drei Gruppen wurde wöchentlich voller Tatendrang geprobt, zusätzlich gab es eine Theatergruppe und eine Tanz-AG.

Am Sonntagnachmittag war es dann endlich soweit. Die St. Cyriak Kirche war brechend voll, sodass viele Gäste in den Seitenschiffen Platz nehmen mussten. Eine ausgelassene und fröhliche Stimmung lag in der Luft und man erwartete gespannt den Auftritt der Kinder. Das Musical handelt von den Wundern, die Jesus vollbracht hat, von der Nächstenliebe untereinander, und von dem Glauben an sich selbst, der jeden Selbstzweifel vertreiben kann. Aber es geht auch darum, mit seinem Handeln die Welt zu verändern und sie damit ein Stückchen besser zu machen. Dabei wechselten die Passagen, von der jungen Erzählerin Amelie Marx souverän und sehr charmant vorgelesen, mit Liedern ab, die vom Chor zusammen mit tänzerischen und gespielten Szenen vorgetragen wurden. Instrumental begleitet wurden die Kinder von Dirk Herzig (Keyboard), Annett Böhe (Gitarre), Oliver Keil (Percussion) sowie Günter Breckle und Andreas Ehring (Posaune).

Los ging’s mit dem Song "Ein starker Mann”, in dem Petrus (Fabienne Senft) mitsamt seinen Eigenschaften vorgestellt wurde. Eigentlich ist er ein ganz normaler Mann, der als Fischer in Galiläa arbeitet, "einer wie du und ich”. Manchmal ist er total mutig. Er hört Jesus’ (Mariann Schneidthauer) Einladung, lässt sofort seine Netze fallen und schließt sich dessen Gang an. Die Abenteuer, die die Jünger fortan erleben, sind voller teils unerklärlicher Begegnungen und Wunder, einfach "total krass”. Aber auch einer wie Petrus wird ab und an von Selbstzweifeln geplagt. In "Übers Wasser laufen” hadert er mit seinem Glauben, als die Jünger mit ihrem Boot in ein heftiges Unwetter geraten und in dem nahenden Jesus den leibhaftigen Todesengel sehen. Um eine lautstarke Diskussion, wer von ihnen der Stärkste, Schlauste oder Schönste ist, geht es in "Wer soll der Chef sein?” In der dunkelsten Stunde seines Herrn bekommen es Petrus und die anderen Junger, darunter Judas (Mila Bach), auf einmal mit der Angst zu tun und lassen ihren Anführer im Stich. Das Ende kennt wohl jeder: Jesus gibt sein Leben am Kreuz für die Sünden der Menschen und steht kurz darauf wieder inmitten seiner – völlig verblüfften – Jünger. Petrus kann sich nicht verzeihen, dass er seinen Herrn insgesamt drei Mal verleugnet hat, doch Jesus selbst hegt keinerlei Groll gegen ihn.

Beim Schlusslied "Weide meine Herde” wurden die jungen Sängerinnen und Sänger vom Gesangverein Sulzburg unterstützt, der fantastische Klang in der rund 1000 Jahre alten Klosterkirche sorgte für einen wahren Gänsehautmoment. Ein gebührender Abschluss eines rundum gelungenen Nachmittages. Belohnt wurde dies mit stehenden Ovationen und einem frenetischen, nicht enden wollenden Applaus.