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28. April 2011

Theater Freiburg

Kinderoper „Henrietta und die Feuerfee“: Bunter Liederkosmos

Die Kinderoper "Henrietta und die Feuerfee" hat am Theater Freiburg Premiere.

  1. Der Kinderchor in der Freiburger Inszenierung von „Henrietta und die Feuerfee“ Foto: Tim Ungermann

Was ist, wenn die beste Freundin einen Märchen- Spleen hat und mit dreizehn Jahren noch felsenfest an Feen glaubt? Und was passiert, wenn deren Hirngespinste plötzlich Wirklichkeit werden und man im Wald dann tatsächlich Feen, Traumgeistern und einem geheimnisvollen Orakel gegenübersteht? Dieses fantastische Abenteuer erzählt die Kinderoper "Henrietta und die Feuerfee", die jetzt am Theater Freiburg Premiere feiert.

"Trubelig, spannend und absolut beeindruckend!" – so fasst die Regisseurin Anne Catrin Carstens ihre Probenerfahrungen der letzten Monate zusammen. Zwar hat die 31-Jährige voriges Jahr das Kindermusiktheater "Schaf" im Kleinen Haus inszeniert, doch "Henrietta und die Feuerfee" ist eine besondere Herausforderung. Hier stehen mit Ausnahme von diversen Musikern des Philharmonischen Orchesters Freiburg keine Erwachsenen auf der Bühne, sondern 47 Mitglieder des Theaterchors im Alter von sieben bis 16 Jahren. Man singt, schauspielert, spricht und baut Kulissen. Das fordert in puncto Kostüm- und Rollenwechsel eine ausgefeilte Koordination – und viel Professionalität.

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Denn die 20 Liednummern sind anspruchsvoll und bieten mit jazzigen, orientalischen und musicalverwandten Klängen eine beachtliche Bandbreite. "‚Henrietta‘ bietet auch Nicht-Opernfans einen bunten Liederkosmos, bei dem sich vor allem junge Zuhörer immer wieder neu einhören können", meint Anne Catrin Carstens, die gemeinsam mit Thomas Schmieger als musikalischem Leiter seit Januar die intensiven Proben führt. Von ihren jungen Akteuren ist sie begeistert: "Alle haben sich engagiert eingebracht, hatten tolle Ideen und zeigen eine ungeheure Leistung. Allen voran natürlich die sechs jungen Solisten!"

Bislang nur ein einziges Mal wurde dieses Auftragswerk zum 125-jährigen Bestehen eines Hamburger Gymnasiums im Mai 2008 inszeniert. Komponist Sebastian Sprenger und Librettist Sören Ingwersen reisen jetzt zur Premiere an.

Erzählt wird eine Abenteuer- und Entwicklungsgeschichte zwischen Schulhof, griechischer Mythologie und Alice im Wunderland: Dabei ist Heldin Henrietta zwar eine von ihrer Umwelt belächelte Traumtänzerin, aber auch ein pfiffiges Mädchen im Hier und Jetzt. Als ihr Bruder Sven spurlos verschwindet, erinnert sie sich an eine uralte Sage und macht sich nachts auf die Suche in den verbotenen Wald. Denn dort soll die Feuerfee hausen, die Kinder in ihre Gewalt bringt. Dass diese Feuerfee selbst dringend Hilfe braucht, um ihren geliebten Mann zu retten, verändert freilich alles.

Henrietta und ihre drei Freunde geraten in eine mythologische Zauberwelt, in der sie nicht immer freundliche Fabelwesen treffen, Gefahren und Prüfungen zu bestehen haben. Ausgerechnet die scheinbar weltfremde Henrietta behält einen kühlen Kopf. Die Bühne setzt dieses Stationentheater mit einem abstrahierten Amphitheater in Szene, Podeste, Licht und Tücher sollen Räume und Atmosphäre schaffen.

"Mir war es wichtig zu zeigen, dass Henrietta und ihre Freunde keine Sonderlinge sind, sondern ganz normale Kinder: Sie sprechen Alltagssprache, haben Alltagssorgen und bewältigen dieses fantastische Abenteuer nicht mit übermenschlichen Kräften, sondern dank ihrer Freundschaft und ihres Muts. Glaube an deinen Traum, vertraue deiner Kraft, höre auf dein Herz – das sind für mich die Grundbotschaften des Stücks", so die Regisseurin. Dann gibt es ja vielleicht wirklich Feen? Wenn man fest genug dran glaubt. Wie Henrietta.

Termine: Freiburg, "Henrietta und die Feuerfee", Theater, Kl. Haus, Premiere: Sa, 30. April, 18 Uhr; weitere Aufführungen: 3. und 5. Mai, je 18 Uhr, 15. Mai, 16 Uhr, 28. Juni und 5. Juli, je 11 Uhr; Info: Tel. 0761/4968888. Ab acht Jahren

Autor: Marion Klötzer