Bürger haben allerhand Ideen für "Todtmoos 2030"

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Mo, 17. Juli 2017

Todtmoos

Wesentliche Punkte beim Zukunftsforum waren Infrastruktur, Wohnen und Arbeit / Altbürgermeister Heuschmidt ist ebenfalls mit dabei.

TODTMOOS. Todtmoos – quo vadis? Das Projekt "Todtmoos 2030" ging mit einem Zukunftsforum in die nächste Runde. Moderiert von Thomas Feil von der Agentur dwif-Consulting, die mit der Erstellung eines Leitbildes für die Gemeinde beauftragt ist, und dem ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Heuschmidt diskutierten Bürger über Stärken und Schwächen ihrer Gemeinde und die Zukunftsaussichten.

Im Mai dieses Jahres wurden im Rahmen der Auftaktveranstaltung des Projektes "Todtmoos 2030" die Ergebnisse der Einwohnerbefragung vorgestellt. Das Interesse war groß. Ganz anders sah es nun aber bei dem Zukunftsforum aus, lediglich rund 20 Bürger – unter ihnen nur ein Gemeinderat – hatten sich eingefunden. Angesichts der, wie es Bürgermeisterin Janette Fuchs formulierte, familiären Atmosphäre wurde die Diskussion im Plenum und nicht, wie auch angedacht, in Arbeitsgruppen geführt.

"Wer sind wir, wo wollen wir hin?", waren unter anderem Fragen, über die es zu sprechen galt. "Geht nicht, gibt's nicht" sei das Motto der Veranstaltung, sagte Altbürgermeister Wolfgang Heuschmidt, der für die Entwicklung des Leitbildes ins Boot geholt wurde und fuhr fort: "Spinnen ist Pflicht". Es gelte, an einem Strang zu ziehen, um ein ganzheitliches Konzept zu entwickeln, ergänzte die Rathauschefin.

Vier Themenschwerpunkt standen im Mittelpunkt der Zukunftswerkstatt: "Infrastruktur – Wohnen – Arbeiten", "Tourismus-Kultur", "Kirche – Vereine" und "Umwelt – Natur". Zunächst wurden die Bürger gebeten, sich zum Stellenwert der Themenschwerpunkte in den Jahren 2017 und 2030 zu äußern, es galt, jeweils zwei Punkte zu vergeben. Der größte Stellenwert wurde sowohl heute als auch in der Zukunft den Bereichen "Infrastruktur – Wohnen – Arbeit" und "Tourismus – Kultur" beigemessen. Auf diesen Gebieten wurden auch die meisten Stärken und Schwächen der Gemeinde gesehen. In Sachen "Infrastrutur – Wohnen – Arbeit" wurden die Ärzteversorgung, die Einkaufsmöglichkeiten und die öffentliche Infrastruktur lobend hervorgehoben, in der Kritik standen dagegen die Verkehrsanbindung, das Fehlen großer Mietwohnungen und die Betreuung von Kindern unter drei Jahren, die Leerstände und der Motorradlärm.

Als positiv in Sachen Tourismus und Kultur wurden das Schlittenhunderennen, die sportlichen Angebote sowie die Musikvereinskultur genannt, als Problem wurden der Investitionsstau in der Gastronomie, saisonale Schwankungen und das Fehlen gastronomischer Angebote ab 22 Uhr gesehen. Viel Lob gab es für Vereine und Kirche, Jugend- und Seniorenarbeit und Ehrenamt. Wenig zu bemängeln gab es auch in Sachen Umwelt und Natur.

Sorgen bereitet nach wie vor die Ortsmitte mit ihren Leerständen. Es gelte, den Ortskern durch Attraktionen zu beleben, sagte Heuschmidt und nannte als Beispiel ein Schlittenhundemuseum. Als weitere Möglichkeit wurde aus den Reihen der Bürger ein Ärztehaus ins Gespräch gebracht und zudem die Renovierung einiger Gebäude in der Hauptstraße angemahnt.

Das Areal des Parkhotels könnte für seniorengerechtes Wohnen genutzt werden, so ein weiterer Vorschlag, denn Senioren gehören, um am Leben teilnehmen zu können, nach Vordertodtmoos, da war man sich überwiegend einig. Auch ein generationenübergreifendes Wohnmodell wäre eine Alternative, hieß es.

Sorgen bereitet die Stimmung im Ort, lediglich 59 Prozent der Befragten hatten sich mit ihrem Ort zufrieden gezeigt, brachte Heuschmidt das Ergebnis der Einwohnerbefragung in Erinnerung. Als Gründe wurden mangelnde Hilfsbereitschaft und fehlender Zusammenhalt ins Feld geführt.

Und viele Bürger fühlten sich nicht mitgenommen, weil die Entscheidungen der Gemeinde Todtmoos eher schlecht kommuniziert würden, hieß es weiter. Eine Einschätzung, die nicht allgemein geteilt wurde. Man werde sehr wohl in Mitteilungsblatt und Tageszeitungen informiert, es bestehe aber eine Holschuld. Man könne nicht immer warten, bis einem alles nachgetragen werden, sagte eine Bürgerin.

"Todtmoos hat eine Chance", zeigte sich Heuschmidt überzeugt, und die Bürgermeisterin zeigte sich hoffnungsvoll, dass man eine Plattform gefunden habe, um an einem Strang ziehen zu können. Wichtig sei, viel und offen miteinander zu reden. Das Fazit der Rathauschefin: "Ich denke, wir schaffen das". In Kürze wird ein Zwischenbericht ins Netz gestellt, das Konzept soll dann im Oktober vorgestellt werden.