Jungmusiker feierten Premiere

Ernst Brugger

Von Ernst Brugger

Mo, 02. Oktober 2017

Todtmoos

Verbandsjugendorchester Hochrhein und Big Band standen bei einem Konzert in Todtmoos zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne.

TODTMOOS (ebr). Ein Doppelkonzert der Spitzenklasse, fernab der volkstümlichen Blasmusik, boten am Samstagabend das symphonische Verbandsjugendorchester Hochrhein (VJO) und die swingende Big Band des VJO im Kurhaus Todtmoos. Seit seiner Gründung 1986 veranstaltet das VJO, mit besonders talentierten Jungmusikern im Herbst eine Konzertreihe – und zum wiederholten Male im gut besetzten Kurhaus.

Es war zugleich eine Premiere: Beide Orchester traten zum ersten Mal gemeinsam auf. Bürgermeisterin Jeanette Fuchs betonte bei ihrer Begrüßung, dass die Gemeinde das Orchester in jeder Hinsicht gerne unterstütze, wie etwa auch bei den Konzertvorbereitungen.

Der Vize-Präsident des VJO, Ralf Eckert aus Rickenbach, machte in seiner kurzen Einführung deutlich, dass ein bunter und abwechslungsreicher Musikabend bevorstehe. Und in der Tat – das 60-köpfige symphonische Blasorchester bot unter der Leitung von Dirigent Julian Gibbons klassische Werke mit hohen Anforderungen an alle Register. In 20 Jahren hat der musikalische Leiter aus England, inzwischen schon Ehrendirigent, das Orchester zu einem hochklassigen Ensemble herangezogen. Die jungen Mitglieder des VJO, im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, kommen aus Mitgliedsvereinen des Blasmusikverbandes Hochrhein.

Schon mit dem Auftakt zum ersten Konzertteil, mit der "Fanfare for the Common Man" von Aaron Copland, intonierte eine zwölfköpfige Bläsergruppe des VJO eine Gänsehaut erzeugende Atmosphäre. Bei der dann folgenden barocken "Fantasia in G-Dur" von Johann Sebastian Bach, umgeschrieben für Blasmusikorchester, kam der voluminöse und doch reine Klang des kompletten Orchesters in der optimalen Akustik des Todtmooser Kurhaus zum Ausdruck. Selbst die Forte-Passagen kamen hier klangrein zu den Besuchern herüber. So auch bei "Pantomime", von Philip Sparke, für Euphonium und Blasorchester. Solist Uwe Strittmatter überzeugte hier am Euphonium auch mit einem virtuosen Finale, das die Gäste begeisterte. Die beachtliche Bandbreite an Ausdrucksmöglichkeiten präsentierte das VJO mit der japanischen Filmmusik "Selections from Giant Robo", eine Auswahl aus dem Animationsfilm Giant Robo, über die Geschichte eines gigantischen Roboters, der eine bedrohte Menschheit rettet. Auch fernöstliche Klänge leitete hier Dirigent Gibbons so ausdrucksstark, dass das Orchester eine hohe Tonqualität zum Ausdruck brachte. Auf energische Melodien folgten abrupt gediegene Sequenzen, was dem Orchester höchste Konzentration abverlangte.

Den Beifall belohnte das VJO mit der Zugabe einer irischen Volksweise. Die von Bandleader Frank Pohl geleitete 20-köpfige Big Band gestaltete den zweiten swingenden Teil des facettenreichen Konzertabends. Dieses Ensemble, eine Abteilung des VJO-Fördervereins, setzt sich zusammen aus ehemaligen VJO-Mitgliedern und befreundeten Musikern. Sie unterstützen das junge Orchester mit verschiedensten Auftritten das ganze Jahr hindurch, wie für die Anschaffung von Instrumenten. Mit Werken des US-amerikanischen "Count Basie Orchestra" und dem US-Soulsänger Stevie Wonder zauberte die VJO-Big Band den klassischen Swing in das Kurhaus. Höhepunkt dabei auch ein Schlagzeugsolo von Peter Sperling. Weitere Akzente setzten der Singer Sven Thaler (Zürich) sowie das Duo Sabrina Blatter (Stühlingen-Eberfingen) und Silke Wagner (Wehr) mit Songeinlagen.