Ausstellung "Das Silber von Todtnau"

Hermann Jacob

Von Hermann Jacob

Sa, 06. Juni 2015

Todtnau

Verein "Kultur-Haus" erinnert an den Todtnauer Beitrag zum Bau des Freiburger Münsters / Enthüllung einer Münster-Fiale.

TODTNAU. Mit einer umfangreichen Ausstellung über "Das Silber von Todtnau" und der feierlichen Enthüllung einer Fiale (Sandsteinspitze) vom Freiburger Münsterturm widmet sich der Verein "Kultur-Haus" Todtnau, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert, der faszinierenden Geschichte des Silberbergbaus und erinnert daran, dass Todtnauer Silber zur Finanzierung des Freiburger Münsters wesentlich beigetragen hat. Die Eröffnungsfeier findet am Freitag, 12. Juni, um 13 Uhr im Foyer des Rathauses statt.

Die Namen "Silberbergschule", "Alte Münz" und "Schatzgräber" weisen in der Stadt noch auf die silberglänzende Vergangenheit hin. Mit dem Thema könnte sich auch ein Museum prächtig schmücken, von dem der Kulturhaus-Verein weiterhin träumt. Mit der Ausstellung und einem Stück vom Freiburger Münster (die Fiale wird in der nächsten Woche vor dem Todtnauer Rathaus aufgestellt) wolle der Verein ein Zeichen setzen und in seinem Jubiläumsjahr etwas Bleibendes schaffen, sagt Vorsitzende Monika Schneider.

Das "St. Annen-Fenster"
Schon vor vier Jahren fing die Beschäftigung mit dem Silber-Thema an. Auslöser war ein Vortrag über das St.-Annen-Fenster im Freiburger Münster, das vor 500 Jahren von Eignern der Todtnauer Grube St. Anna gestiftet wurde. "Ohne Todtnauer Silber kein Freiburger Münster", sagte der Referent. Eine große Darstellung des "Annenfensters" wird im Gewölbekeller des Rathauses, wo um 14.30 Uhr die von Monika Schneider in Zusammenarbeit mit Benno Dörflinger erarbeitete Ausstellung eröffnet wird, ein Blickfang sein und soll später einmal einen festen Platz im erhofften Museum erhalten.

Stück vom Freiburger Münster
Den Bogen vom Todtnauer Silberbergbau zum Freiburger Münster spannt die Fiale, die vor der Ausstellungseröffnung enthüllt wird. In drei Teilen wird die Spitze aus dem hochgotischen Teil des Hauptturmes vom Werkhof nach Todtnau transportiert. Die Kosten von 15 000 Euro trägt der Kulturhaus-Verein, der auch Spenden erhielt. Bernd Schneider sieht das Geschenk an die Stadt als "Denkmal" für Todtnaus Beitrag zum Münsterbau.

Die Ausstellung
Hunderte von Stunden haben Monika Schneider und Benno Dörflinger seit einem halben Jahr investiert, um die Ausstellung vorzubereiten, und die Faszination für das Thema ist ihnen noch immer anzumerken. Gezeigt werden unter anderem alte Grubenpläne, Werkzeuge und Mineralien aus allen Ortsteilen. Illustrationen zeigen, wie es damals zu Bergbauzeiten hier wohl ausgesehen hat. Im Mittelalter gab es 30 verschiedene Bergwerksgruben in Todtnau, darunter die Todtnauer Anna-Grube. Der Eingang befand sich unterhalb der Straße nach Aftersteg, wo sich die "Knappenquelle" der Todtnauer Wasserversorgung befindet.

Besonders stolz ist man auf eine Urkunde von Kaiser Maximilian aus dem Jahr 1512, die eine Bergwerksordnung für die Grube "St. Anna zu Todtnau im Gauch" enthält und als Reproduktion in der Ausstellung zu sehen ist. Benno Dörflinger hat ein umfassendes Wissen zum Silberbergbau angesammelt. Aus einer Auktion stammt eine in Todtnau geprägte Silbermünze aus dem 14. Jahrhundert, die ein "T" zeigt.

Todtnau hatte das Münzrecht, so dass die Münzstätten hierher kamen, um die Münzen zu schlagen. Das Silber wurde auch in Barren verkauft mit dem Stempel "Todtnauer Silber" und soll von besonders guter Qualität gewesen sein.