Bajan-Akkordeon trifft Maggini-Geige

Renate Ernst

Von Renate Ernst

Mi, 14. Dezember 2011

Todtnau

Klassik-Vergnügen in der Vorweihnachtszeit / Kulturhaus Todtnau bot ein einmaliges Konzert an .

TODTNAU. Überrascht waren kürzlich die zahlreichen Zuhörer im Haus des Gastes: Weil Pianistin Elitza Birnstiel kurzfristig absagen musste, erschien Bajanspieler Viktor Pantjuschenko gemeinsam mit Geiger Karsten David Schmitte auf der Bühne. Auch die Ersatzspielerin habe wegen zu großen Lampenfiebers abgesagt, erklärte Karsten David Schmitte launig.

Deshalb müssten sich die Zuhörer nunmehr die Klänge des osteuropäischen Akkordeons (Bajan) statt sanfter Klavierklänge gefallen lassen. Schmitte, Schüler von Yehudi Menuhin und Träger des Paganinipreises, spielte virtuos auf seiner Maggini-Geige von 1834. Es war gerade das ungewöhnliche Zusammenspiel von Violine und Bajan-Akkordeon, das den besonderen Reiz dieses Konzerts ausmachte. Beide Künstler erwiesen sich als Meister ihres Instruments und als Meister im fein abgestimmten Zusammenspiel.

Eröffnet und auch beendet wurde das Konzert mit je einem Stück aus dem ersten Satz des Violinkonzerts A-Moll von Johann Sebastian Bach. Hier beeindruckte das virtuose Spiel des Violonisten ebenso wie die einfühlsame Begleitung mit dem ungewöhnlichen Akkordeon.

Die glückliche Auswahl der Stücke, wie Vivaldis Weihnachtskonzert, Boccharinis Menuett, Mozarts Kleiner Nachtmusik und Dvorák Slawischer Tanz begeisterte die Zuhörer durch die Bandbreite von intim-zärtlicher Intonation bis zur mitreißenden stark rythmischen Virtuosität. Beide Künstler boten auch zwei fantastische Soli auf ihren Instrumenten. Schmitte spielte einfühlsam, fast zärtlich, eine Bachsonate für Violine Solo - und im Angedenken an Wolfgang Thoma, dem Vater von Ralph Andreas Thoma, der dieses Konzert für das Kulturhaus geplant hat, überaus stimmig und gefühlvoll die Beethoven Romanze F-Dur op 50. Viktor Pantjuschenko spielte danach auf dem Akkordeon eine Solosonate für Cello und Kontrabass von Bach – ebenfalls ein Genuss für die Zuhörer.

Den Abschluss bildete eine Zugabe mit einem temperamentvollen Csárdás, wobei beide Künstler noch einmal temperamentvoll und virtuos ihr Können darboten. Die Zuschauer dankten für dieses wahre Klassik-Vergnügen mit "Standing Ovations".