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20. Oktober 2010

Bilder mit einer ganz besonderen Leuchtkraft

Ausstellung von Schwester Immolata Meyen in Schlechtnau – Hommage an eine ehemalige Todtnauerin .

  1. Ein Werk in leuchtenden Farben von Schwester Immolata Meyen: „Die Schöpfung“. Foto: Verena Wehrle

TODTNAU (vwe). "Wir dachten eine Nonne malt nur Jesuskindlein", sagte einst ein Reporter erstaunt, als er die Bilder von Schwester Immolata Meyen betrachtete. Doch die ehemalige Todtnauerin malt vor allem Tiere und Pflanzen. Die Künstlerin lädt am Samstag, 23. Oktober um 10 Uhr, zur Vernissage ihrer Ausstellung in der Galerie Fischerhüsli in Schlechtnau (Hauptstraße 3) ein. Bis zum 31. Dezember sind dort 35 Bilder von Schwester Immolata zu sehen. Organisiert wird die Ausstellung vom Kulturhausverein Todtnau.

In ihren Bildern hat Schwester Immolata Gott in allen Dingen gefunden und sichtbar gemacht. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, in ihren Bildnissen den Glauben zu verkünden. Die Franziskanerin zeigt ihre Vision der Schöpfung, widmet sich dabei vor allem der Natur. All ihre Gemälde sind in Ölfarben und mit einer faszinierenden Spachteltechnik gemalt, die für einen Effekt sorgt, der die Bilder plastisch wirken lässt. Ihre glühenden, überaus leuchtenden Farben faszinieren, vor allem aus der Ferne betrachtet, wirken die Gemälde besonders.

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Ganz anders wirken hingegen ihre "Jerusalemer Skizzen", die die Künstlerin auch mit zur Ausstellung nach Todtnau bringt. Von diesen Skizzen war der jüdische Denker Schalom Ben-Chorin so begeistert, dass er zur Drucklegung anregte und das Vorwort verfasste. Ihre Inspiration zu diesen Werken erfuhr die Schwester bei zahlreichen Reisen nach Israel.

Die Heimat von Schwester Immolata Meyen ist Todtnau. Hier wurde sie am 24. Oktober 1930 als Tochter eines Buchbinder- und Buchdruckermeisters geboren. Schon früh zeigte sich ihre künstlerische Begabung und so absolvierte sie von 1948 bis 1952 eine Lehre in Gold- und Paramentstickerei im Kloster Gegenbach. Danach brach sie mit ihrer Schwester auf eine Radtour quer durch Deutschland auf um ein Kloster zu finden.

Sie trat 1953 in das Kloster der Franziskanerinnen von Maria Stern in Augsburg ein. Weil hier ihre Kunst besonders gefördert wurde, durfte sie Kunst studieren an der Werkkunstschule in Augsburg, an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und an der Kunstakademie in München, wo sie ihr Diplom als Akademische Malerin erhielt. Später war sie Kunsterzieherin an der Schule des Ordens und hatte in München ein Atelier. Heute hat sie ein neues Atelier und gleichzeitig ihren Alterssitz in Augsburg. Die Ausstellung von Schwester Immolata soll eine Hommage an sie selbst sein, denn schließlich feiert sie schon bald ihren 80. Geburtstag. Ihr Bekanntheitsgrad in Todtnau ist groß, leben hier doch noch viele ehemalige Freunde und Verwandte. Bei der Vernissage wird Christoph Bartscherer aus München die Laudatio halten, seine Frau Bony Palm wird die Gäste am Klavier unterhalten. Die Künstlerin gibt Auskünfte über ihre Werke.

Die Ausstellung ist vom 23. Oktober bis 31. Dezember immer sonntags geöffnet von 14 bis 17 Uhr. An Heiligabend sowie am 1. Weihnachtsfeiertag bleibt die Ausstellung geschlossen. Die Ausstellung kann auch nach Vereinbarung unter Tel. 07671-1374 oder 07671-420 besichtigt werden.

Autor: vwe,bz