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17. Juli 2010

Kultur zieht in alte Bürstenfabrik ein

Todtnaus Geschichte wird lebendig / Die Vorbereitungen für den Todtnauer "Kulturhaustag" laufen auf Hochtouren.

  1. Monika Schneider, Vorsitzende des Vereins „Kulturhaus Todtnau“, in der ehemaligen Bürstenfabrik Wissler vor einem alten Schrank mit Originalwerkzeugen. Die ersten „Kulturhaustage“ werden vorbereitet. Foto: Ulrike Jäger

TODTNAU. Am Sonntag, 25. Juli wird die erste Schwarzwälder Bürstenfabrik von Fridolin Wissler zur Kulturfabrik umgewandelt. Dann wird es in den einstigen Fabrikräumen Todtnauer Geschichte, Musik, Kleinkunst, Literatur, Bilder, Objekte und Tanz und Theater geben. Die Vorbereitungen für den ersten "Kulturhaustag" laufen auf Hochtouren. Seit Wochen räumen und putzen fleißige Helfer um die Vorsitzende des Vereins "Kulturhaus Todtnau e.V.", Monika Schneider, lassen defekte Fensterscheiben reparieren und sondieren alte Gemälde und Dokumente.

Im Erdgeschoss wird Bürstenmacher Friedrich Busse vorführen, wie die Borsten per Hand in die Bürsten gezogen wurden. Nebenan steht ein alter Schrank mit Originalwerkzeugteilen und eine beachtliche Ansammlung alter Holzbearbeitungsmaschinen. Sowohl Ausstellungs- als auch Aktionsfläche wird es im Erdgeschoss des Gebäudes geben. Die Firma Zahoransky wird mit einer hochmodernen Maschine zeigen, wie die Bürstenherstellung heute funktioniert. 1840 gründete Fridolin Wissler in Todtnau die erste Schwarzwälder Bürstenfabrik, und es begann die fabrikmäßige Herstellung von Bürsten und Besen. Nach dem großen Brand 1876 wurde die Fabrik neu aufgebaut. Nach dem Tod des Firmengründers, der auch jahrelang Bürgermeister war, übernahm 1893 Sohn August die Geschäfte. Der Betrieb zählte da 150 Beschäftigte und stellte hochwertige Bürsten aus Ebenholz, Schildpatt und Elfenbein her. Die Geschichte der Fabrik wird durch alte Dokumente, Urkunden, Diplome und Gemälde im ersten Obergeschoss erzählt. Hier, in der ehemaligen Schlosserei, wird ein Café entstehen. In weiteren Räumen des ersten und zweiten Obergeschosses, die Diana Amann zur Verfügung stellt, wird es eine Lesung mit dem Schweizer Schriftsteller Hansjörg Schneider geben, ein Raum ist der Hommage ans "Todtnauerli" gewidmet, gezeigt wird ein Film über die letzte Fahrt. Wie es der Zufall wollte, entdeckte Monika Schneider beim Aufräumen einen alten Fahrplan. In einem weiteren Raum wird die Geschichte des Skisports dargestellt, und gespannt darf man auf die Geschichten und Anekdoten von Todtnauer "Urgesteinen" sein. Im zweiten Obergeschoss sind Objekte von Jean-Marc Gaillard, einem Schüler Jean Tinguelys, ausgestellt sowie Bilder von Volker Altenhof. Musikalische Unterhaltung gibt es vom Duo "Flairborn" (Doris und Michael Spychalski), die Gruppe "Saf Sap" bietet Afrotanz und Musik, Geschwender Grundschüler spielen Szenen aus dem heutigen Afrika. Auch die Fetscher-Family tritt beim Kulturhaustag mit ihren "Zähnef(l)etschereien auf. Der Verein Kulturhaus Todtnau e.V. hat sich neu formiert aus dem "Verein für Heimatgeschichte", der 1985 gegründet wurde, mit der Maßgabe, ein Museum zu errichten. "Das war ein großer Kraftakt, bis wir es der Öffentlichkeit so präsentieren können", sagt Monika Schneider.

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Autor: Ulrike Jäger