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19. August 2014

Mehr als Westernmusik

Kim Carsons sentimentale Songs im Todtnauer Gewölbekeller.

  1. Kim Carson und Geb Rault heizten mit John Kunz (nicht im Bild) den Gewölbekeller auf. Foto: anja bertsch

TODTNAU. Mit viel Power und einer Menge schönem Schmacht brachte Country-Lady Kim Carson mit ihren drei Cowboys "The Enablers" am Samstag ihr Publikum im restlos ausverkauften Todtnauer Gewölbekeller in Fahrt. Aufgewachsen in Texas bekam Kim Carson in ihrer Kindheit und Jugend den Country in die Wiege gelegt. Später in New Orleans gelandet hat sie eine ganze Menge weiterer Einflüsse aufgesogen – "a lot of funny stuff" –, wie sie im lockeren Plauderton erzählt und bezeichnet ihren Sound nun als "Tonkabiliy", eine Mischung aus Honky-Tonk und Rockabily.

Und so bewegte sich Kim Carson im Laufe des Abends durch die Weiten der Westernmusik, vom "Oldschool Country-Classic" bis zur Dixieland-inspirierten Eigenkomposition. Kim Carson selbst ist Mittelpunkt des Bühnengeschehens und als Multitaskerin unterwegs: Hält sie nicht die Westerngitarre in der Hand, zupft sie den E-Bass, bläst die Bluesharp und klopft mit den Stiefeln auf dem Tambourin den Rhythmus dazu. Und natürlich singt sie, die Stimme leicht heißer, mal kraftvoll "sad". Kim Carson serviert die schmachtend-sentimentalen Songs von Heimat und Heartbreak und Sehnsucht "back home", und schiebt dann ein Seufzen nach, das dem Herzschmerz von eben ein verschmitztes Augenzwinkern beigibt.

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Kim Carsons Stärke ist ihr guter Draht zum Publikum. Entspannt, ausgesprochen lebendig und sympathisch erzählte sie Geschichten zu den Songs und aus ihrem Musikerleben, nimmt Reaktionen des Publikums und Missgeschicke der Technik – kurzzeitig fällt das Licht auf der Bühne aus – spontan auf und baut sie ins Repertoire ein. "Music should be fun", auch wenn’s ums Herzenbrechen und Trinken geht, verkündet sie, und tut ihre Bestes, um ihr Todtnauer Publikum zu locken und zu lockern: "Hier ist es nicht wie in einer Kirche – ihr dürft nach einem guten Solo meiner Jungs schon auch mal zwischenrein klatschen, wenn’s euch in den Fingern juckt..." Ihre "guys", das sind Drummer Eric Griffith, der von hinten den zuschiebenden Rhythmus liefert. Knackige Riffs, Rhythmen und Melodien an der Western- und E-Gitarre, mal mit Bottleneck, mal mit Fingerpick, gibt es von Gitarrist Geb Rault. John Kunz schließlich spielt die Fiddel und lieferte mit seiner tiefen Stimme auch einen Gesangbeitrag. Das Quartett schuf in den Weiten des Todtnauer Gewölbekellers durchweg gute Stimmung.

Autor: Anja Bertsch