Nach den Brücken ist der Tunnel dran

Dirk Sattelberger

Von Dirk Sattelberger

Fr, 22. April 2016

Todtnau

Todtnauerli-Radweg bei Atzenbach und Wembach auf sanierten Bauwerken wieder befahrbar / Neues Licht im Tunnel bei Fröhnd bis Juni.

OBERES WIESENTAL. Gute Nachricht für Radfahrer: Die Brücken des Todtnauerli-Radwegs bei Wembach und Atzenbach sind wieder freigegeben. Und der Tunnel bei Fröhnd soll voraussichtlich bis Juni ordentlich beleuchtet sein.

Bei den zwei Brücken handelt es sich laut Landratsamt um die Brücke über den Böllenbach bei Wembach und die Brücke über den Gewerbekanal bei Zell-Atzenbach. Da die Schädigung der Bauwerkssubstanz weit fortgeschritten war, mussten bei beiden Brücken die sogenannten Überbauten komplett erneuert werden, so das Landratsamt. Für beide Bauwerke wurden 45 Kubikmeter Beton und Stahlträger mit einer Länge bis zu 22 Meter verbaut. Bei der Brücke über den Böllenbach wurden als Überbaukonstruktion Stahlbetonfertigteile gewählt.

Im Zuge der Brückenerneuerung über den Gewerbekanal bei Atzenbach wurde zusätzlich der Radweg auf einer Länge von rund 200 Metern mit einer Asphaltbefestigung ausgebaut. Das soll den Fahrkomfort für Radfahrer deutlich verbessern. Mit der Erneuerung beider Bauwerke sei die Verkehrssicherheit des Todtnauerli-Radwegs wieder hergestellt worden, so die Straßenbehörde im Landkreis weiter. Die zwei Projekte kosteten rund 260 000 Euro.

Der Tunnel der alten Todtnauerli-Eisenbahn auf dem Radweg von Zell nach Schönau stellt bekanntlich ein besonderes Erlebnis dar: Erstens ist er leicht gebogen, und zweitens oft stockdunkel, selbst wenn draußen die Sonne scheint. Das alte Bauwerk am Wühre-Loch bei Fröhnd besitzt zwar eine Solaranlage, doch die ist aufgrund ihres Alters recht anfällig. "Wenn es sehr kalt ist, funktionieren die Batterien nicht richtig, und wenn einige Tage lang die Sonne nicht scheint, geht die Anlage in die Knie", sagte gestern ein Sprecher des Fachbereichs Straßen im Landratsamt auf BZ-Anfrage.

Die Behörde setzt aber weiterhin auf Solarstrom im Tunnel, weil ein Stromanschluss am Wühre-Loch fehlt – dann aber freilich mit moderner Technik. Effiziente Solarpanele und leistungsfähige Lampen sollen zum Einsatz kommen. "Die Aufträge gehen in Kürze raus. Im Mai oder Juni könnte mit den Arbeiten begonnen werden", kündigt der Sprecher an.

Für mehr Helligkeit soll dann noch eine dritte Komponente sorgen: Der dunkle Natursteintunnel erhält eine helle Farbe, die das Licht reflektiert. Wenn das Vorhaben hält, was es verspricht, kommen Radfahrer selbst dann unbeschadet aus dem Tunnel heraus, wenn ihre Fahrradbeleuchtung defekt ist oder fehlt. Der ehemalige Eisenbahntunnel ist zirka 80 Meter lang.

Die Schmalspurbahn "Todtnauerli" dampfte von 1889 bis 1968 durchs Obere Wiesental. Die zum Radweg umgebaute Trasse zwischen Zell und Todtnau ist 22 Kilometer lang und gut beschildert.