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27. Juni 2017

Rockabilly-Show unterm Gewölbe

Die Südstaaten-Band Kim Carson & The Real Deal begeisterte ihr Publikum im Todtnauer Gewölbekeller des alten Rathauses.

  1. Honky Tonk plus Rockabilly ergibt bei Kim Carsons Band „Tonkabilly“. Foto: klabund

TODTNAU. Abseits der großen Veranstaltungen in der Region zog am Samstagabend ein Country-Konzert im Gewölbekeller Fans von Kim Carson zusammen. Die US-Band hat sich in den letzten Jahren im Dreiländereck einen guten Namen erspielt.

Die Begrüßung des Publikums nahm die in blauen Glitzer-Cowboystiefeln auftretende Kim Carson halb in Deutsch, halb in Englisch mit den Worten vor: "It`s always a pleasure to play in Todtnau". Kim Carson & The Real Deal traten tatsächlich zum dritten Mal in Todtnau auf, und so erkannte die Amerikanerin den einen oder anderen Besucher wieder und griff sogleich in die Bass-Saiten.

Anfänglich mit klassischen Country-Stücken vorgewärmt, entpuppte sich das Konzert sehr schnell als lupenreiner Honky Tonk und Rockabilly, kurz "Tonkabilly" genannt. Die Formation um Kim Carson bestach durch ein sauberes, gut aufeinander eingestimmtes Spiel. Dwight Breland an der Gitarre, Will Darwill (Buckshot Willie) an der höchst professionell gespielten Fiddle und Matthew Keegan am Schlagzeug heizten dem Publikum in steigendem Maße ein. Auch die ausgeprägten Soli an der Gitarre, in typischer Slide-Technik vorgetragen, brachten das musikalische Herz der Fans zum Schlagen. Das stimmungsvolle Ambiente eines Gewölbekellers verband sich in Windeseile mit den amerikanischen Klängen und erzeugte einen Zug im Spiel, der die Zuschauer sichtlich mitriss. So gab es zwischen Stücken wie "Lowrider Lyn" oder dem "Teddybear-Song" stehenden Applaus. Mit einem strahlenden Lächeln und Amerika-Slang in der Aussprache hatte Kim Carson die Bühne erobert und verzauberte die zum Teil mit Cowboyhüten bekleideten Fans mit ihrer Stimme.

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Carson, die in in Southern Oklahoma aufwuchs, ist ein wahres Kind der Country Musik. So konnte sie auch diverse Preise abräumen. Acht Mal wurde sie zum "Best Country Artist" vom Off Beat Magazine gekürt, ihr Album "Live at Tipitinas" wurde zum "Best Country Album 2004". In ihrer Heimat USA wird sie auch als "Queen of Louisiana Honky Tonk Music" gefeiert.

Das letzte Stück des Abends bestach mit einem fast zehnminütigen Fiddle-Solo, das auch die letzten Zuschauer von den Sitzen riss. Es sorgte für lang anhaltenden Beifall und nachhaltige Rufe, die Zugaben einforderten. Die Band gewährte zwei, bevor ein mitreißendes "Tonkabilly"-Konzert vor begeisterter Zuschauerkulisse im Gewölbekeller zu Ende ging.

Weitere Auftritte: Die Tournee von Kim Carson & The Real Deal führt die Band am Samstag, 22. Juli, in den Schwanen nach Binzen und am Freitag, 28. Juli, in die Pizzeria Wiese in Zell.

Autor: Martin Klabund