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16. September 2016

Sagenumwobener Belchen und keltischer Wildschweinbraten

Von Kelten, Druiden und Hexen im Schwarzwald: Die Premiere für die SWR-Doku "Sagenhafter Südwesten" fand im "Rößle" Geschwend statt / Heute um 21 Uhr im TV.

  1. Mit Drohnen schauen sich die Filmer den Südschwarzwald an. Und zum Essen geht’s nach Fröhnd – heute zu sehen im SWR-Fernsehen. Foto: zvg

TODTNAU-GESCHWEND (kr). Mythen, Sagen, Märchen oder wahre Geschichten? "Nix isch gwiss", sagt hierzu Geschichtensammler und Erzähler Martin Wangler im Film. Der Schauspieler und alemannische Kabarettist führt am heutigen Freitagabend im SWR-Fernsehen in die Sagenwelt des Schwarzwalds. Die mehrteilige Dokumentations-Reihe "Sagenhafter Südwesten" zeigt Orte und Regionen Baden-Württembergs von ihrer geheimnisvollen und mythischen Seite. Geschichtenerzähler, die eng mit den Sagen und Legenden ihrer Heimat verbunden sind, spannen einen Bogen zwischen damals und heute.

Die geschichtlichen Ereignisse werden authentisch in historischen Kostümen und an Originalschauplätzen aufwändig inszeniert. Diese Szenen zeigen in eindrucksvollen Bildern, wie unverwechselbar die Sagen und Legenden mit der jeweiligen Landschaft und den dort lebenden Menschen verbunden sind. Zur "Welturaufführung", des Films über die Mythen des Schwarzwalds waren die Mitwirkenden ins Gasthaus "Rößle" in Geschwend eingeladen, wo das Ergebnis der wochenlangen Arbeit zum ersten Mal gezeigt wurde. Der Film, der von der Produktionsfirma AV Medien Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem SWR hergestellt wurde, lebe von der "optischen Opulenz", schwärmt der verantwortliche Stuttgarter Redakteur Norbert Bareis. Es sei ein relativ teures, aber auch sehr spannendes Projekt gewesen, betont Bareis, und Produzent Bernhard Stegmann lobt die Laiendarsteller, die zum Teil sogar Urlaub genommen hätten, um die vielen Drehtage zu bewältigen und dabei zu sein.

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Pro Folge waren rund 40 bis 60 Darsteller aktiv, die zum Teil aus Laienspielgruppen der entsprechenden Region entstammten. Beide zeigten sich beeindruckt von der Begeisterung der Menschen vor Ort für ihre Region und ihre Heimatverbundenheit. Recherche und Drehbücher lagen in der Hand von Autorin Ulrike Stegmann.

Flüsse, Schluchten, Wasserfälle und Hochweiden werden gezeigt, mal dramatische und furchterregende Szenen, mal unheimliche, mal fröhliche Musik und dunkle, geheimnisvolle Orte wechseln sich im Film mit wissenschaftlichen Erklärungsversuchen unterschiedlicher Fachleute ab.

Mit sehr aufwändiger Technik wie Drohnenkameras oder aus dem Hubschrauber heraus entstanden prächtige Landschaftsaufnahmen der Region, wie man sie so noch nie gesehen hat. Mit dem sagenumwobenen Belchen, der von Keltenbegeisterten verehrt wird, beginnen die Geschichten und spannen einen Bogen über die Giersteine der Druiden in Bermersbach zu den Hexengeschichten am Kandel, über den Hirschsprung im Höllental und andere mystische Orte, um dann wieder beim Belchen und in der Neuzeit anzukommen.

Sago Müller und Ulrich Schlageter am Herd

Der selbsternannte "Keltenfürst" Sago Müller bereitet in seiner Küche im "Hirtenbrunnen" in Fröhnd-Hof mit Koch und Stadtrat Ulrich Schlageter einen original keltischen Wildschweinbraten zu. Und wie passen da noch Johann-Peter Hebel, Dr. Faustus, das Glasmännle oder die Flößer hinein? Antworten auf diese und andere Fragen gibt es heute, Freitag, im SWR-Fernsehen um 21 Uhr im Film "Sagenhafter Südwesten: Schwarzwald".

Autor: kr