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31. Januar 2017

Siegel für Kochen nach guter alter Art

Slow-Food-Zertifikat für "dasrößle" / Vier Gasthäuser aufgelistet.

  1. Das Slow-Food-Siegel ziert jetzt auch das „dasrößle“. Auf dem Bild: „dasrößle“-Geschäftsführer Ewald Dießlin, Barbara Stecher von der Slow-Food-Gruppe Lörrach, Rößle-Chefkoch Michael Spitz und Michael Schreier, Betreuer der Slow-Food-Gruppe Lörrach (von links). Foto: Verena Wehrle

TODTNAU-GESCHWEND (vwe). Das genossenschaftliche Dorfgasthaus "dasrößle" in Geschwend hat am Freitag die Urkunde und den Genussführer-Siegel der Slow-Food Gruppe Lörrach überreicht bekommen. Mit diesem Slow-Food-Siegel werden Gastronomen auszeichnet, die nach Slow-Food-Kriterien arbeiten.

Michael Schreier und Barbara Stecher von der Slow-Food-Gruppe Lörrach überreichten das Siegel mit der roten Schnecke sowie den neuen Genussführer Geschäftsführer Ewald Dießlin. Slow-Food betrachte nicht nur das Essen an sich, sondern das ganze Konzept der Gasthäuser. Traditionelles, regionales Essen sei wichtig. Besonders berücksichtigt werde aber der Aspekt Fairness in der gesamten Kette – vom Erzeuger über den Händler bis hin zum Koch.

Drei Testgruppen der Slow-Food-Gruppe Lörrach besuchten in unterschiedlichen Zeiträumen verschiedene Gasthäuser. Das Ambiente und die Historie hätten die ehrenamtlichen Tester auf das Gasthaus "dasrößle" neugierig gemacht, so Schreier. Nach den erfolgreichen Tests folgte das Gespräch mit dem Geschäftsführer sowie ein Rundgang durch das Haus. Dabei wurde auch das Betriebsklima unter die Lupe genommen. Anschließend folgte die Empfehlung an die bundesweite Kommission, die dann die Entscheidung traf, "dasrößle" in den neuen Genussführer 2017/2018 aufzunehmen. Bei der Bewertung wird auch die Herstellung berücksichtigt. So punktet hier "dasrößle" mit lokalen und traditionell hergestellten Lebensmitteln aus nachhaltigem Anbau. Im "dasrößle" etwa kommen Bauernbrot und Gemüse aus Schallbach, der Fisch kommt aus Lauchringen. Chefkoch Michael Spitz verarbeitet das Fleisch von ausgewählten Höfen, die ebenfalls die Slow-Food-Kriterien erfüllen. Bei Aktionen wie "vom Geschwender Weiderind" gibt es auch regelmäßig Fleisch von einem Landwirt aus Geschwend.

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Wenn es auf der Speisekarte Gerichte gibt, die in Vergessenheit geraten sind, kommt dies bei den Slow-Food-Testern besonders gut an. Auch das kann "dasrößle" bieten. Hier werden nicht nur spezielle Apfelsorten verwendet, es stehen auch die "guten alten" Ochsenfetzen, "suure Leberle" oder bald auch wieder das Graupenrisotto auf der Karte, wie Geschäftsführer Ewald Dießlin erläuterte. "Dass alles seine Zeit braucht, damit es gut wachsen kann und somit seinen guten Geschmack erhält und das ohne Chemie", darauf legen die Slow-Food-Vertreter besonders Wert, erzählt Barbara Stecher. Bevor in zwei Jahren der neue Genussführer erscheint, müssen alle darin enthaltenen Gasthäuser erneut bewertet werden.

Weitere Gasthäuser: Für den neuen Genussführer wurden vier Gasthäuser aus dem Oberen Wiesental in den neuen Genussführer aufgenommen. Neben dem "dasrößle" sind dies das Gasthaus Adler in Atzenbach, die Tanne in Tunau, sowie der Waldfrieden in Herrenschwand.

Info: Die Initiative Slow-Food versteht sich als Gegenentwurf zu Fast Food. Slow-Food wurde in Deutschland 1992 gegründet und hat 14 000 Mitglieder.

Autor: bz, vwe