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01. März 2011

Was aus ehemaligen Schülern wurde

Karrieren "made in Todtnau": Bei einer Informationsveranstaltung an der Silberbergschule wurden Wege in den Beruf geschildert.

  1. Jens Trefzer, Matteo und Riccardo Abbate, Franziska Melch und Daniela Hammerlik (von links) erzählten an der Silberbergschule von ihrer Ausbildung und ihrem beruflichen Werdegang. Foto: Georg Jäger

TODTNAU. Was und vor allem, dass man mit einem Hauptschulabschluss etwas werden kann, darüber informierten fünf ehemalige Schüler der Silberbergschule, indem sie aus ihrem Lebenslauf berichteten. Der Förderverein hatte zu diesem zweiten informativen Abend eingeladen. Sehr viele Eltern und Schüler, die vor ihrem Abschluss stehen, waren ins Foyer gekommen.

Man wolle sichtbar machen, wie wichtig engagierte Schularbeit ist, um auf den Wechsel in ein erfolgreiches Arbeitsleben vorzubereiten, sagte der Rektor der Silberbergschule Dr. Werner Nagel. Man werde am "lebenden Objekt" sehen können, was für eine tolle Schule diese jungen Menschen durchlaufen haben, sagte die Vorsitzende des Fördervereins, Renate Ernst. Der Bildungsplan der neuen Werkrealschule sehe die Ausbildung der Gesamtpersönlichkeit und das Tauglichmachen für das Leben vor, und dazu sei der Dialog mit den Eltern wichtig.

Matteo Abbate, 18 Jahre alt, hat vor drei Jahren, nach der 10. Klasse die Silberbergschule verlassen. Aus seiner Bewerbung als technischer Zeichner wurde nichts und so entschloss sich Matteo, die Hochschulreife am Lörracher Berufskolleg zu erlangen. Nach Änderung seiner Ausbildungspläne besucht er heute das Technische Gymnasium und steht nun vor dem Abitur. Berufswunsch: Maschinenbauingenieur. 2003 machte Daniela Hammerlik ihren Abschluss an der Silberbergschule und fand, dass Fremdsprachen wichtig sind. Ein Jahr belegte sie Intensivkurse an der Berlitz School in Freiburg für Englisch, Französisch und Spanisch, um anschließend das Berufskolleg für Fremdsprachen in Schopfheim zu besuchen. Nach Erlangung der Fachhochschulreife im Jahr 2006 machte sie eine Ausbildung zur staatlich anerkannten "internationalen Touristikassistentin" bei der Angell Akademie in Freiburg. Danach folgten Studium und Prüfung zum Bachelor of Business. Dem schloss sich ein Praktikum bei der Badenova AG an, wo man ihr dann die Stelle der Marketing Managerin anbot. Den spannenden Job macht sie heute noch. Riccardo Abbate ist heute 26 Jahre alt und hat 2001 an der Silberbergschule seinen Abschluss gemacht. Er begann eine Ausbildung zum Fleischergesellen, die er als Innungsbester abschloss. 2003 legte er in Landshut die Meisterprüfung ab und nahm eine Meisterstelle im elterlichen Betrieb an. Eigentlich wollte Riccardo aber etwas Anderes machen. An der Gewerbeschule in Lörrach ließ er sich zum technischen Lehrer ausbilden und ist heute beamteter Lehrer.

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Eine Ausbildung zur Friseurin sollte es bei Franziska Melch (24) sein, die 2003 die Hauptschule verließ. Nach dreijähriger Lehre ging Franziska in einen großen Salon in München, um dazu zu lernen. Bereits nach drei Monaten kehrte sie vom Heimweh übermannt nach Todtnau zurück. Es folgte eine Stelle in Lörrach. Ihre Bewerbung bei der Lörracher Meisterschule wurde positiv beschieden und so besuchte Franziska Melch vormittags die Schule um nachmittags in einem Salon, manchmal bis spät abends zu arbeiten. Im Jahr 2009 eröffnete die junge Geschäftsfrau ihren eigenen Salon in Todtnau.

Bereits 1990 ging Jens Trefzer von der Schule ab. Er ist heute 37 Jahre alt und Manufacturing Manager bei Frisetta in Schönau. Bis dahin hat er einen weiten und intensiven Weg zurück gelegt. Begonnen hatte er als Altenpfleger. "Das war nichts für mich", wie er selbst sagt. Es folgten Praktikum und Lehre als Kunststoffformgeber in Aftersteg, anschließend Weiterbildung zum Industriemeister. Fortbildung bei der Gewerbeakademie mit dem Ziel: "Advanced Computer Driving Licence". Bei der IHK in Stuttgart machte den Technischen Betriebswirt, um anschließend in Freiburg Englisch zu lernen. Am College in Atlanta vervollständigte Trefzer seine Sprachkenntnisse und wurde von einem US-Unternehmen als Manufacturing Manager eingestellt.

Als besonders wichtig gaben die Ehemaligen den heutigen Schülern mit auf den Weg: Fremdsprachen, aussagekräftige Bewerbungsunterlagen, gute Verhaltensnote im Zeugnis, Ausdruck in der Sprache, Motivation und Interesse zeigen, Auftreten und Kleidung, Eindruck hinterlassen durch gute Vorbereitung und Vorabinformation über die Firma, bei der man sich bewirbt, Praktika, Ziele haben, Hygiene bei der Vorstellung sowie Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

Autor: Georg Jäger