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27. Juli 2010

"Wir finden es richtig toll"

Volles Haus beim Kulturhaustag in alter Todtnauer Bürstenfabrik.

  1. Das „Café Wissler“ in der ehemaligen Schlosserei der ehemaligen Bürstenfabrik Wissler war gut besucht beim „Kulturhaustag“. Foto: Ulrike Jäger

TODTNAU (kr). Groß war der Andrang zum "Kulturhaustag" in den Räumen der ehemaligen Bürstenfabrik Fridolin Wissler, der vom Kulturhausverein organisiert worden war. "Mit soviel Leuten habe ich gar nicht gerechnet", war Vorsitzende Monika Schneider überwältigt. Am Sonntag kamen die Besucher in Scharen, um in alten Erinnerungen zu schwelgen, neue Kunst zu betrachten oder sich einmal ein Bild davon zu machen, was der Kulturhausverein an alten Schätzen zusammengetragen hat.

"Donnerwetter, die haben aber ganz schön was auf die Beine gestellt", sagte ein Besucher. Alte Bürstenmaschinen und Apparate waren im Erdgeschoss zu sehen, wo Bürstenmacher Friedrich Busse zeigte, wie man die Borsten damals noch von Hand einzog.

Wo die Großeltern gearbeitet haben

Wo früher noch Borsten geschnitten wurden, füllten sich schnell die Sitzplätze im originell mit alten Koffern dekorierten Raum, in dem es einen Film über das alte "Todtnauerli" zu sehen gab. "Wir finden es richtig toll hier", war sich Familie Wietzel aus Todtnau einig. Sie wollten Tochter Jana einmal zeigen, wo die Großeltern gearbeitet hatten. Und der Großvater von Janas Vater war einst Schaffner im Todtnauerli. Die Geschichte des ältesten Skiclubs gab es ebenfalls in einem Film und alten Dokumentationen zu sehen, während im Raum nebenan alteingesessene Todtnauer in einem Film ihre Geschichten von früher zum Besten gaben.

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Die weißen Kunstobjekte von Jean-Marc Gaillard, die wie unvermittelt an den maroden Wänden neben dicken Kabelsträngen hingen, brachten manchen Betrachter zum Schmunzeln oder Stirnrunzeln, und auch die farbintensiven, großformatigen, in Tempera-Technik gemalten abstrakten Bilder des Hamburger Künstlers Volker Altenhof zogen die Blicke der Besucher auf sich.

Im "Café Wissler" in der ehemaligen Schlosserei hängen noch die alten Arbeitslampen. Hier spielten Doris und Michael Spychalski Balladenmusik. An den Wänden lernte man aus alten Diplomen, Bildern und Dokumenten eine Menge über die Geschichte der ersten Schwarzwälder Bürstenfabrik Wissler.

Der Schweizer Autor Hansjörg Schneider zog bei einer Lesung aus seinem Hunkeler-Krimi die Zuhörer in Bann, und auch die Tanz- und Musikeinlagen der afrikanischen Gruppe Saf Sap, die "Zähnef(l)etschereien" der Fetscher-Familie und die Darbietung der Geschwender Grundschüler mit ihrem Afrika-Tanztheater trugen zur Unterhaltung bei.

Autor: kr