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14. Oktober 2011 01:10 Uhr

Ironman

Andreas Böcherer über seinen achten Platz beim Ironman

Der Freiburger Triathlet Andreas Böcherer hat sich zu einem herausragenden achten Platz beim bekanntesten und spektakulärsten Ironman auf Hawaii gekämpft. Philipp Schulte hat den 28-Jährigen zu seinem Wettkampf befragt.

  1. Andreas Böcherer: „Da weiß man zumindest, dass man alles gegeben hat“ Foto: dpa

BZ: Sie sagten nach dem Wettkampf, es sei der härteste ihres Lebens gewesen. War es auch ihr Bester?
Böcherer: Ein wenig besser war vielleicht noch der Wettkampf in Südafrika im April diesen Jahres. Am Wochenende war es aber ein sehr gutes Rennen. Es war einer der größten Erfolge meiner Karriere. Ich habe lange für ein solches Ergebnis gekämpft. Nachdem ich dort zweimal keine guten Erlebnisse hatte, war es umso befriedigender, die Top Ten erreicht zu haben. Mit diesem Erfolg schließt sich der Kreis, warum ich Triathlet geworden bin.
BZ: Mit welcher Zielsetzung sind Sie vorher ins Rennen gegangen?
Böcherer: Da es vor dem Rennen bisher eine super Saison war, habe ich zu große Erwartungen nicht an mich herangelassen und für mich selbst das Ziel gesetzt, ein flüssiges Rennen zu absolvieren und das Rennen ohne größere Probleme zu beenden. Ich habe eher an die Plätze 10 bis 15 gedacht. Der achte Platz ist nun natürlich umso schöner. Vor allem, wenn man bedenkt, dass sich weltweit nur 50 Profis qualifizieren konnten.

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BZ: Als sie als Fünfter auf die Marathon-Distanz wechselten, haben Sie in diesem Moment auch einmal kurz an einen Podestplatz oder gar den Sieg gedacht?

Böcherer: Nein, überhaupt nicht. 2010 bin ich zu hart Rad gefahren und hatte dann keine Energie mehr für den Marathon. Als ich dieses Jahr als Fünfter vom Rad stieg, hatte ich eher die Sorge, wieder zu schnell gefahren zu sein. Tatsächlich sind von den 50 Profimännern nur 35 ins Ziel gekommen. Beim Loslaufen hatte ich sofort gute Beine und konnte die ersten 35 Kilometer sehr gut bewältigen.

BZ: Doch auf den letzten zwei Kilometern sind drei Läufer an Ihnen vorbei gezogen. Hatten Sie in diesem Moment Bedenken, auch noch aus den Top Ten zu fallen?
Böcherer: Von Kilometer 37 an ging es mir sehr schlecht – und das letzte Stück war nur noch eine Qual. Aber ich wusste, dass ich es unter die Top Ten schaffe, da ich genug Vorsprung hatte. Das hat mir vielleicht nochmal ein bisschen Energie gegeben, schließlich war das immer noch ein traumhaftes Ergebnis für mich. Noch wichtiger war aber, dass ich mit den Bedingungen gut klargekommen bin. Das macht mir Mut für die nächsten Jahre.

BZ: Kurz, nachdem Sie ins Ziel kamen, sind Sie umgefallen und mussten dann von Helfern weggetragen werden. Wie lange hat es gedauert, bis es Ihnen wieder gut ging?
Böcherer: Es hört sich komisch an, aber ich wollte einfach nur noch ins Ziel kommen, um umfallen zu können. Ich wusste, dass man sich direkt um mich kümmert. Ich habe sofort eine Infusion bekommen und war nach 45 Minuten wieder auf den Beinen. Da weiß man zumindest, dass man alles gegeben hat.
BZ: Wie sieht ihr weiteres Programm bis zum Ende des Jahres aus? Steht noch ein Wettkampf aus oder machen Sie Urlaub?
Böcherer: Definitiv Letzteres. Ich mache jetzt vier bis sechs Wochen Trainingspause, wobei ich mindestens jeden zweiten Tag ganz locker nach Lust und Laune Sport treibe.
BZ: Also sieht man Sie auch bald wieder an der Dreisam joggen?
Böcherer: Das könnte gut sein.

Autor: phis