Erlös fließt afrikanischen Jugendlichen zu

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Fr, 28. Oktober 2016

Umkirch

Konfirmanden aus March und Umkirch backen Brot für Ghana.

MARCH/UMKIRCH. Fleißige junge Menschen brachten in Umkirch Leben in ein altes Gebäude: Konfirmanden aus der Gemeinde und dem benachbarten March waren unter Anleitung von Mühlenbäckermeister Gustav Danzeisen angerückt, um im Rahmen der Aktion "5000 Brote" der Hilfsorganisation Brot für die Welt zu backen und nebenbei allerlei rund um das uralte Grundnahrungsmittel zu erfahren.

Schon vor der Umkirch Mühle konnte man den Duft von frischem Hefeteig wahrnehmen. In der Mühle zeigte sich, woher dieser kam. Bereits um halb 11 hatte Gruppe eins der Nachwuchsbäcker die Hände tief ins Mehl getaucht, um aus Hefeteig, den bereits in den frühen Morgenstunden fleißige Helferinnen des Mühlenvereins hergestellt hatten, Pfundbrote zu formen. Damit auch jeder Laib ein Pfund wog und es auch mit der jeweils aufgebrachten Verzierung, die von Ernte-Dank-Motiven wie Ähren bis zum Kreuz reichte, seine Richtigkeit hatte, stand Mühlenbäcker Gustav Danzeisen den Konfirmanden mit Rat und Tat zur Seite. Kaum eine Stunde später wurden die Kunstwerke aus Wasser, Mehl und Hefe in den Ofen geschoben.

Verkauf nach den Gottesdiensten

Vom Getreide zum Brot lautete die Überschrift über den Theorieteil der Backstunde. So wurden nicht nur die einzelnen Getreidesorten vorgestellt, sondern auch ein Rundgang durch die historische Wassermühle gemacht, in der bis heute unter der Ägide des Fördervereins Umkircher Mühle auch wieder gemahlen wird. Eine feine Sache, fand auch Marchs evangelische Pfarrerin Marika Trautmann.

Zum einen hatte man mit der Mühle, die über einen professionellen Backofen verfügt, einen spannenden Ort für die Aktion gefunden, was laut Trautmann vor allem der Idee und dem Engagement von Umkirchs Gemeindediakonin Annika Nickel geschuldet sei. Zum anderen hatte der Mühlenverein neben dem fachkundigen Bäcker und seinen fleißigen Assistentinnen vom Mühlenverein auch die Grundzutat Mehr spendiert. Eine Spende, die herzlich willkommen war, denn die fertigen Brote sollten schließlich im Anschluss an die Gottesdienste in March und Umkirch verkauft werden und dabei einen möglichst großen Gewinn für die gute Sache abwerfen. Tatsächlich kamen dabei rund 250 Euro zusammen.

"Es ist wichtig, den Kindern zu erklären, wohin das Geld fließt", betonte Marika Trautmann. So gab es denn nach einem gemeinsamen Mittagsimbiss, der natürlich reichlich Gebackenes beinhaltete, einen Schichtwechsel in der Backstube. Die Gruppe, die am Vormittag gebacken hatte, tauschte mit der zweiten, die im Gemeindezentrum geblieben war, und beschäftigte sich nun ihrerseits mit Geschichten rund ums Brot – und mit dem Ziel der Aktion "5000 Brote".

"Es soll darum gehen, was man neben dem täglich Brot sonst noch Lebenswichtiges braucht", berichtete die Pfarrerin über die Inhalte der zweiten Tageshälfte. Hierzu wurden nicht nur biblische Brotgeschichten herangezogen, sondern auch vermittelt, wie und wo die inzwischen über ein halbes Jahrhundert alte Hilfsorganisation Brot für die Welt tätig wird.

Die Aktion, der der Erlös des Brotverkaufes in March und Umkirch zu Gute kommt, soll vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten. "Wenn man jemandem einen Fisch schenkt, hat er einen Tag zu essen. Lehrt man ihn das Fischen, hat er jeden Tag zu essen", verdeutlichte Marika Trautmann das Thema nachhaltige Hilfe anhand eines Gleichnisses.

Heuer sollen die Brot-Erlöse der Backaktion helfen, Jugendlichen in Ghana eine Berufsausbildung zu finanzieren, damit sie einmal ihr eigenes Brot verdienen können, berichtete Trautmann. Drei Euro sollte einer der rund 70 handgefertigten Brotlaibe kosten. "Ein freiwilliger Aufpreis ist natürlich jederzeit willkommen", sagte Marika Trautmann lachend.