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11. November 2008

Teilnahme an Gedenkfeier abgesagt

Drohbriefe an jüdische Gemeinde

Der Jüdischen Gemeinde Villingen-Schwenningen und Schwarzwald-Baar sind Drohbriefe antisemitischen Inhalts zugegangen.

VILLINGEN-SCHWENNINGEN . (gha). Völlig überrascht reagierten gestern die Polizei und die Stadtverwaltung Villingen-Schwenningen auf Drohbriefe antisemitischen Inhalts, die der Jüdischen Gemeinde zugegangen sind. Die Schreiben führten dazu, dass am Sonntag Vertreter der Gemeinde Villingen-Schwenningen und Schwarzwald-Baar ihre Teilnahme an der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht absagten. Eine Anzeige sei aber bisher nicht eingegangen, betonte Polizeisprecher Ulf Feichtinger. Die Polizei will die Vorfälle überprüfen.

Fakt ist: Die Jüdische Gemeinde benachrichtigte Oberbürgermeister Rupert Kubon über den drastischen Schritt. Begründet wurde er mit "Drohungen aus dem braunen Umfeld". So ist bei der Gemeinde unter anderem ein Schreiben mit Hakenkreuz eingegangen, in dem Hetzereien stehen und das Verbot von jüdischen Organisationen in Deutschland gefordert wird. Vertreter der jüdischen Gemeinde wollten sich gestern zu dem Vorfall nicht weiter äußern, wohl auch aus Angst vor weitergehenden Konsequenzen. Die Gemeinde habe dem Oberbürgermeister das Notwendige mitgeteilt, hieß es nur. So wurde die Stadt aufgefordert, über Versammlungsverbote rechtslastiger Gruppierungen nachzudenken. Außerdem müsse die Aufklärungsarbeit, unter anderem in den Schulen, verstärkt werden. Hier hat die Jüdische Gemeinde ihre Hilfe angeboten.

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Derzeit ist aber weder der Polizei noch der Stadt etwas über rechtslastige Umtriebe oder über Aktionen von Neonazi-Gruppen in der Region bekannt. "Hier ist es sehr ruhig", betonte Polizeisprecher Feichtinger. Er kann sich nur vorstellen, dass solche anonymen Schreiben zentral, eventuell sogar aus dem Ausland, an namentlich bekannte Vertreter der Jüdischen Gemeinde verschickt werden.

Autor: bz