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10. März 2009
Moscheebau
Vorerst Verzicht auf Minarett
In Villingen-Schwenningen verzichtet die muslimische Gemeinde zunächst auf den Bau eines Minaretts für die neue Moschee.
VILLINGEN-SCHWENNINGEN . (geh). Nach der erregten Debatte im Gemeinderat über den Bau der neuen Moschee an der Güterbahnhofsstraße kommt die muslimische Gemeinde den Kritikern entgegen: "Vorerst soll auf das Minarett verzichtet werden", bestätigte einer ihrer Sprecher.
Jene hitzigen und emotionalen Debatten löste die Planvorlage zur neuen Moschee bei einer nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung aus. Starke Bedenken wurden gegen den Ausbau des Alten Zollamtes geäußert, nun möchten alle Beteiligten die Lage beruhigen. "Wir wissen, dass es Vorbehalte gibt", sagt der Sprecher des Türkisch-Islamischen Vereins, Orhan Sahiner. Daher wird der Verein vorerst auf den Bau eines Minaretts verzichten. Das hat einerseits finanzielle Gründe: "Uns ist es nun zuerst wichtig, das Gebäude und die Kuppel fertigzustellen", betonte Sahiner. Andererseits möchte der Verein auch seinen guten Willen beweisen und verzichtet vorerst, sicher die ersten zwei Jahre, auf den Bau eines Moscheeturms. "Damit vergeben wir uns nichts, denn das Minarett stehe außerhalb des eigentlichen Gebäudes." Sahiner machte aber deutlich, dass der etwa 25 Meter hohe Turm Bestandteil des Bauantrags bleiben müsse.
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Offensichtlich wurden die Gemeinderäte in der Sitzung Ende Januar irreführend informiert. So lagen den Kommunalpolitikern Pläne vor, die auf eine starke Ausdehnung der Gebäudedimensionen schließen ließen. Doch die stimmten offensichtlich nicht mit dem vom Architekten vorgelegten Fakten überein. "Da lag wohl ein Missverständnis im Amt für Stadtentwicklung vor, was zu einem falschen Vergleich führte", räumte die Referentin des Oberbürgermeisters, Elke Zimmermann, ein. Es habe lediglich eine geringfügige Vergrößerung zwischen 80 und 100 Quadratmetern für den Bau eines neuen Erkers gegeben, sagte Sahiner.
Die OB-Referentin bestätigte, dass Oberbürgermeister Rupert Kubon in der nächsten Gemeinderatssitzung erneut über die Sachlage informieren werde. Kubon habe in der vergangenen Woche ein Gespräch mit Vertretern der Türkisch-Islamischen Gemeinde geführt.
Autor: bz
