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23. April 2015

Langfristige Lösung fürs Alamannen-Museum gesucht

In das Vörstetter Anwesen wurden in zehn Jahren rund 1,6 Millionen Euro investiert / Eintrittspreise werden steigen.

  1. Derzeit entsteht auf dem Vörstetter Museumsareal ein Handwerkerhaus. Foto: Pia Grättinger

VÖRSTETTEN. Der Museums- und Geschichtsverein steht vor einem Umbruch – personell und finanziell. Vorsitzender Professor Helmut Köser, Initiator und Gründer des Alamannen-Museums, machte dies in der Jahreshauptversammlung deutlich. Die Anfangseuphorie der ersten zehn Jahre sei vorbei, es gelte nun, personell und ideell neue Wege zu gehen. Inzwischen liegt laut Köser der Investitionswert des Museums bei rund 1,6 Millionen Euro.

Der Museumsgründer möchte längerfristige Lösungen für die Zukunft anstreben. Er habe bereits Gespräche mit der Gemeinde geführt. Weitere Gespräche sollen folgen. Für Köser ist nach eigenem Bekunden die Museumslandschaft in Baden-Württemberg eine Zweiklassen-Gesellschaft. So gebe es die etablierten staatlichen oder kommunal geförderten Museen, "daneben gibt es, aber noch kleine und große Museen, die nicht gefördert werden." In Baden Württemberg fehle für die nicht geförderten Museen eine Lobby. "Selbst der Landtag verhält sich indifferent, und darüber bin ich sehr enttäuscht", so Professor Köser.

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Geschichte zu erleben, sei auch weiterhin das Ziel des Museumsvereins, so der Vorsitzende. Köser ging auch auf das Handwerkerhaus ein, das derzeit auf dem Freigelände errichtet wird. Mitte des Jahres soll das Handwerkerhaus als Erweiterung des museumspädagogischen Angebots zur Verfügung stehen. An dem Bau sollen Schülerpraktikanten mitarbeiten. Auch die 52 Vereinsmitglieder können sich an einzelnen Bauabschnitten beteiligen.

Im Rückblick sei der internationale Museumstag mit rund 550 Besuchern sehr gut besucht gewesen. Da der Museumsverband aber weiterhin auf freien Eintritt an diesen Tag besteht, hat der Vorstand beschlossen, 2015 nicht mehr teilzunehmen. "Wir können es uns nicht leisten, auf den Eintritt zu verzichten, zumal wir keine Fördergelder erhalten", so Köser. Publikumsmagnet war der Kindernachmittag im November mit "Feuer und Licht". Rund 800 Besucher bescherten dem Verein einen Reingewinn von 2000 Euro. Köser dankte den vielen Helfern für den stressigen Arbeitseinsatz. Eine Bereicherung sei der Besuch der neuen Partner aus der Schweiz, die "Faroldinger-Alamannen", die mit der kompletten Gruppe angereist waren.

Gelobt wurde die enge Zusammenarbeit mit der Denzlinger Werkrealschule. Für die Siebtklässler werden spezielle Schülerpraktika angeboten, die auch gerne genutzt werden. Erfolgreich seien im Vorjahr wieder die Schüler-Projekttage mit den 3. Klassen des Gemeindeverwaltungsverbandes gewesen.

Thomas Kirner erläuterte im Kassenbericht, dass das Vereinsvermögen auf knapp 18 000 Euro gestiegen ist. Die Eintrittspreise fürs Museum werden erhöht: Erwachsene zahlen statt 3 Euro jetzt 4 Euro, Kinder statt 1 Euro, 2 Euro. Ebenso wurden die Mitgliedsbeiträge verändert, auf den Familienbeitrag wurde verzichtet: Ein Mitglied zahlt 30 Euro pro Jahr und ein förderndes Mitglied 40 Euro.

Wahlen: Vorsitzender Professor Helmut Köser; Stellvertreter Hans-Peter Fischer; Schriftführerin Andrea Schacher; Kassenwartin Ursula Sütterle; Beisitzer: Annika Heider, Fabienne Meiers und Berthold Fletschinger.

Termine: Heute, Donnerstag, 23. April, 19 Uhr, Vortrag des Archäologen Niklot Krohn auf dem Museumsareal: "Wenn Ausgrabungsergebnisse begehbar sind".
Am Sonntag, 26. April: Saisoneröffnung des Alamannnen-Museums von 14 bis 18 Uhr Aktionen zum Mitmachen.

Autor: Pia Grättinger