Außergewöhnliche Klangwelten

Christine Aniol

Von Christine Aniol

Do, 01. Dezember 2016

Vogtsburg

Pianist Moye Kolidin und Marimba-Virtuosin Josie Lin gaben in der Kellerwirtschaft des Weinguts Franz Keller ein Benefizkonzert.

VOGTSBURG-OBERBERGEN. Einen genussvollen Abend mit außergewöhnlichen Klangwelten erlebten die Zuhörer beim Benefizkonzert zugunsten des Vereins "Taube Kinder lernen hören" in der Kellerwirtschaft des Weinguts Franz Keller in Oberbergen. Der Pianist Moye Kolodin und die Marimba-Virtuosin Josie Lin präsentierten Werke von Johann Sebastian Bach und Frédéric Chopin und faszinierten darüber hinaus mit zeitgenössischen asiatischen Stücken.

Gespannt erwarteten die Besucher nach dem Aperitif den Beginn des Konzerts. Marimba und Klavier, passt das zusammen? Schon mit dem ersten Stück, dem Klavierkonzert in A-Dur von Johann Sebastian Bach, überzeugten die beiden Musiker ihre Zuhörer. Anerkennender Beifall und spontane "Bravo"-Rufe zeigten, dass die Transkription des Werkes gelungen war.

"Zu Beginn des Abends haben wir Ihnen ein Werk von Bach mitgebracht, da die Werke eine besondere Klarheit der Töne besitzen", erklärte Kolodin. Die Herausforderung beim Umschreiben des Stückes sei es gewesen, mit zwei Händen und vier Schlägern die zehn Finger des Pianisten zu ersetzten. Hart, weich, flink, noch flinker, fließende Melodien, ein wiederkehrendes An- und Abschwellen.

Sein Talent stellte der Pianist Kolodin im Anschluss bei Franz Liszts Klaviersolo "Rapsodie espagnole" eindrucksvoll unter Beweis. Zhe Lin nahm die Zuhörer mit in ihre Heimat. Im Frühjahr wird in China nach der Rechnung des Mondkalenders das traditionelle Neujahrsfest gefeiert. Die im exotischen Werk "Frühlingsfestival" von Huanju Li verarbeiteten Melodien zum Neujahrsfest kennen die meisten Chinesen. Kolodin und Zeh Lin spielten sie mit Hingabe und schafften es so, mit den Volksweisen Feststimmung in die Kellerwirtschaft zu zaubern.

Der Erlös des Abends, mehr als 10 000 Euro, wird wieder für die Wellenfeldsynthese an der Uniklinik Freiburg verwendet. Die Anschubfinanzierung für dieses Forschungsprojekt soll Patienten mit einem Cochlear-Implantat zugutekommen. Ziel ist es, dass diese Patienten deutlicher hören und dadurch besser verstehen können.