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24. November 2009
OB-Wahl 2010
Wählerinitiative für Kirchbach gegründet
60 Bürger gründen Wählerinitiative für Ulrich von Kirchbach.
Knapp drei Wochen, nachdem sich eine Initiative für die Wiederwahl von Oberbürgermeister Dieter Salomon (Die Grünen) am 25. April 2010 gegründet hat, formieren sich auch die Unterstützer von Herausforderer Ulrich von Kirchbach (SPD). "Gemeinsam für Kirchbach" nennt sich eine in der vergangenen Woche von 60 Bürgerinnen und Bürgern ins Leben gerufene Initiative, die sich gestern den Medien vorgestellt hat. Ebenso wie der Unterstützerkreis des Oberbürgermeisters ist sie überparteilich ausgerichtet.
Die Initiative will mit Veranstaltungen und Aktionen vor allem die Persönlichkeit Ulrich von Kirchbach ins Gespräch bringen. Dieser schätze den direkten Umgang mit Menschen, gehe auf sie zu und betreibe keine Klüngelpolitik, so die für einen deutsch-französischen Fernsehsender arbeitende Hildegard Wollbold. Einem fünfköpfigen Sprechergremium gehören neben der parteilosen Wollbold und den beiden Sozialdemokraten, Staatsanwalt Bernd Klippstein und Alt-Sozialbürgermeister Hansjörg Seeh, noch die Juristin Gabriele Daniel-Schnitzler und der Lehrer Wolfgang Bantel an. Daniel-Schnitzler bezeichnet sich als CDU-nah und hat bei der letzten OB-Wahl die Unionskandidatin Gudrun Heute-Bluhm unterstützt; an von Kirchbach schätzt sie die verbindliche Art, seine Geradlinigkeit und Entschlossenheit. Der parteilose Pädagoge Wolfgang Bantel outete sich im gestrigen Pressegespräch als enttäuschter Salomon-Wähler. Die Art und Weise, wie sich Salomon mitunter geäußert habe – "das ist nicht der Stil, den ich schätze." Enttäuscht sei er auch, dass die CDU keinen eigenen Kandidaten aufstelle.Werbung
Unterstützung bekommt der amtierende SPD-Sozial- und Kulturbürgermeister auch von einem prominenten FDP-Politiker: Stadtrat Nikolaus von Gayling ("Ich bin beileibe kein SPD-Mann") gibt zu, wie Bantel 2002 Salomon unterstützt zu haben. "Aber das wird diesmal nicht mehr der Fall sein." Er wünsche sich einen OB, der die Würde des Amtes repräsentiere "und nicht so schnippische Sätze" loslasse. Ausschlaggebend für seine Unterstützung für von Kirchbach sei jedoch ein Beitrag von Grünen-Fraktionschefin Maria Viethen in der jüngsten Gemeinderatssitzung gewesen. Diese hatte gefordert, dass sich von Kirchbach angesichts der Dezernentenwahl im Februar entscheiden müsse, ob er Sozial- oder Oberbürgermeister werden wolle. "Das", sagt von Gayling, "war völlig fehl am Platz." Auch Schreinermeister Bernd Schwär, wie von Gayling FDP-Mitglied, kämpft für von Kirchbach. Zur Erinnerung: Auch dem Salomon-Kreis gehören mehrere Liberale an, darunter Ehrenbürger Eugen Martin.
Auf der Unterstützerliste für von Kirchbach finden sich auch CDU-Mitglieder, etwa Verlagskaufmann Martin Braun und Rechtsanwalt Wolfgang Härringer, zudem die Freie Wählerin Riccarda Kräuter-Schächtele. Außerdem die evangelischen Pfarrer Horst Herbert und Ulrich Bayer und der katholische Pfarrer Hans-Jörg Rasch. Weitere prominente Wahlkämpfer sind Uniprofessor Hans-Martin Gauger, Kabarettist Martin Schley, Schauspielerin Marianne Habichhorst und Ex-Rhodia-Betriebsratschef Hansjörg Seebacher.
Autor: Frank Zimmermann
