Alternativen am Computer

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 22. März 2017

Waldkirch

Kurzweiliger und informativer Nachmittag mit der "Computertruhe" im Roten Haus.

WALDKIRCH (BZ). Der gemeinnützige Verein "Computertruhe" lud zu seiner ersten Infoveranstaltung ein. Im Roten Haus in Waldkirch fanden sich bei Tee, Kaffee, süßem sowie herzhaftem Gebäck um die 20 Personen ein, um den informativen Vorträgen zu folgen und sich mit den Mitgliedern des Vereins auszutauschen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch den Vereinsvorsitzenden Marco Rosenthal gab seine Vorstandskollegin Annette Linder detaillierte Einblicke in die Entwicklung und Arbeit des Vereins. So erläuterte sie in ihrer Präsentation, dass im Zeitraum von April 2015, als die "Computertruhe" als Projekt der "Elzpiraten" startete, bis heute über 270 Computer an bedürftige Menschen weitergegeben wurden. Anhand vieler Bilder konnten die Besucher nachvollziehen, wie die vielen Anfragen koordiniert und die gespendeten Rechner für ihren zukünftigen Einsatz fit gemacht werden. Des Weiteren berichtete Annette Linder von der neuen "Außenstelle" im nordrhein-westfälischen Lemgo, wo der Verein drei weitere aktive Unterstützer gewonnen hat. Mit dem Hinweis, dass aktuell neben einem Lagerraum insbesondere Laptops gesucht werden, beendete sie ihren Vortrag und lud herzlich zur Mitarbeit im Verein ein.

Damit die "Computertruhe" überhaupt funktionierende Rechner verteilen kann, benötigt sie neben den Hardwarespenden sogenannte freie Software. Dass "frei" in diesem Falle nicht zwingend kostenlos bedeutet, sondern sich eigentlich auf den Begriff "Freiheit" bezieht, stellte Edgar Hoffmann von der Gruppierung Freie Software OG in seinem Vortrag klar.
Ferner zeigte er auf, dass teils bekannte Programme, wie das Betriebssystem GNU/Linux, der Webbrowser Mozilla Firefox oder das Office-Paket LibreOffice, den Kriterien für freie Software entsprechen. Überrascht waren die Anwesenden vor allem darüber, dass sich GNU/Linux in den unterschiedlichsten Geräten befindet. Während es im PC-Markt eher eine untergeordnete Rolle spielt, steckt es in Android-Smartphones, Smart-TVs, in Smart-Home-Geräten, dem heimischen Internet-Router und in immer mehr "intelligenten Gegenständen" (Internet of Things – Internet der Dinge).

Einen Vergleich der aktuell beliebtesten Instant Messenger lieferte Michael Glatz von der Kinzigtäler Linux User Group (KiLUG) in seinem Vortrag "Messenger-Alternativen zu WhatsApp". So wurden Signal, Threema, Telegram und Google Allo dem derzeitigen Platzhirsch WhatsApp hinsichtlich Funktionsumfang und Sicherheit gegenüber gestellt. Insbesondere die Frage, wie privat die Kommunikation bei den einzelnen Anbietern wirklich ist sowie ob und wie der Schutz der persönlichen Daten gewährleistet wird, wurde eingehend beleuchtet. Im abschließenden Ranking konnte der Instant Messenger "Signal" überzeugen, welcher nach wie vor auch von Edward Snowden empfohlen wird.

Nach den Vorträgen hatten die Gäste die Möglichkeit, an drei unterschiedlich leistungsstarken PCs verschiedene Varianten des Betriebssystems GNU/Linux und weitere freie Programme näher kennenzulernen. Dabei konnten die Mitglieder des Computertruhe-Vereins überzeugend präsentieren, wie sie mit freier Software alte, bereits ausgemusterte Hardware zu neuem Leben erwecken.

Wer nicht vor Ort sein konnte oder sich die Präsentationen nochmals anschauen möchte, kann die Foliensätze auf der Website des Vereins herunterladen: https://computertruhe.de