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21. März 2017

Aus den Schulräumen zum Publikum

Ensemblekonzert der Städtischen Musikschule Waldkirch in der Festhalle Siensbach.

  1. Holzbläserquintett mit (von links) Pia Schuler (Flöte), Jonas Mendieta (Oboe), Jonas Haberstroh (Horn), Anna Zimmermann (Fagott), Lorena Baumann (Klarinette). Foto: Fotos: Hildegard Karig

  2. Solo von Johannes Flor mit dem Jugendsinfonieorchester. Foto: Hildegard Karig

WALDKIRCH. "Das Schönste an der Musikschule ist das Zusammenspiel": Damit verwies Schulleiter Stefan Goeritz am Samstagabend in der Festhalle Siensbach auf die unschätzbare Möglichkeit, die die Musikschule Waldkirch neben allem Unterricht bietet: das Angebot, unter Anleitung zusammen mit anderen, in verschiedenen Ensembles mit vielen Instrumenten zu musizieren. Das war auch der Grund, warum dieses erste größere Konzert nach dem Jubiläumsjahr, trotz aller Umzugsvorbereitungen der Musikschule, realisiert wurde.

In den vier Ensembles, denen ein Auftritt ermöglich wurde, zeigte sich, dass die Begeisterung für das Miteinander von den Schülern spürbar geteilt wurde. Konzentriertes Musizieren, die Anleitung, sich auch mal zurückzunehmen um des Gesamtklanges willen, das gemeinsame laut und leise Werden, die Beteiligung am großen Klang oder zartesten Tönen war in allen Gruppierungen durchgängig herausgearbeitet. Wie wichtig und notwendig es für jedes Ensemblespiel ist, neben dem Spielen auch zu hören und zu kommunizieren, um ein stimmiges Miteinander hinzukriegen, war sichtbar und hörbar umgesetzt.

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Dem Gitarrenensemble unter Leitung von Werner Fischer war die Einleitung vorbehalten: Mit einer Bearbeitung eines indianischen Liedes wurde der Übergang von der quirligen Aufregung vor dem Konzert zum ruhigen Zuhören geschafft. Die abendliche ruhevolle Stimmung war aufgenommen und erfüllte den großen Saal. Südamerikanische, irische und kanadische Stücke boten anschließend Gelegenheit, die Gitarren in vielfältiger Weise zur Geltung zu bringen.

Mit dem Vorspiel des Holzbläserquintetts war ein überzeugendes und motivierendes Beispiel gegeben, zu welch bewundernswertem Ergebnis Talent, Disziplin, Fleiß und professionelle Anleitung (Alfredo Mendieta) führen können. Das Quintett spielte das Programm (Stücke von Franz Danzi und Ferenc Farkas), mit dem es beim Landeswettbewerb "Jugend musiziert" teilnehmen wird.

Dass auch der allererste Anfang lohnend sein kann, zeigte sich im Auftritt des Kinderkammerorchesters. Berthilde Galosi führte und motivierte zu kräftigen Strichen, die jamaikanischen Tänze spielten die Jüngsten mit Drive.

Mit dem Jugendsinfonieorchester war dann orchestrale Klangfülle im Saal. Das große Orchester, in dem Schüler, Lehrer und Eltern gemeinsam musizierten, fand in dem 4. Satz aus der Brahms Sinfonie Nr. 1 zu einem opulenten Klang. Es ist dem Konzept der Musikschule und für den Moment der Aufführung dem energischen Dirigat von Alfredo Mendieta hoch anzurechnen, dass den jüngsten bis hin zu den erwachsenen Spielern die Möglichkeit geboten wird, sich mit einem großen Werk der Orchesterliteratur zu befassen und sich in die sinfonische Klangwelt mit hinein begeben zu können. Dass die Interpretationen ihre Ecken und Kanten haben, wird neben der spürbaren Freude am Musizieren aller nebensächlich.

Gleiches galt für den Satz aus einer Mozart-Sinfonie. Die Frage, ob Mozart und Schlagzeug zusammen gehen, wurde unwichtig beim Zuhören. Geradezu enthusiastisch brachte das Schlagwerk, wenn einzelne Stimmgruppen abzudriften drohten, alle wieder zusammen. Respekt und Applaus an alle! Anerkennung auch für den Auftritt von Johannes Flohr. Den Mut, sich singend solo vor ein Orchester zu stellen, bringt nicht jeder auf und erfreulich anzuhören war der Gesang auch. Für alle Beteiligten beinhaltete der Beifall zu den einzelnen Nummern immer wieder auch ein deutlich motivierendes "Weiter so!"

Autor: Hildegard Karig