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19. November 2016

Ausbildung zu fördern, ist das oberste Ziel

Jahreshauptversammlung des Wabe-Vereins.

  1. Die Vorstandsmitglieder des Wabe-Vereins mit ihrem Vorsitzenden Herbert Jochum (Dritter von rechts) Foto: Sylvia Sredniawa

WALDKIRCH. Auf eine Vielzahl von Aktivitäten konnte der Wabe-Verein bei seiner Jahreshauptversammlung im Roten Haus verweisen. Der Verein mit seinem Vorsitzenden Herbert Jochum unterstützt Projekte der gemeinnützigen Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft durch Ideen und Zuschüsse, hat aber daneben auch eigene Projekte.

Bereits auf eine zehnjährige Geschichte verweisen kann beispielsweise der Ausbildungsverbund. Der Verbund wird durch die Wabe und 18 kooperierende Betriebe organisiert und finanziert – öffentliche Zuschüsse gibt es dafür nicht. Die jungen Erwachsenen durchlaufen, wie Ausbildungsleiterin Anita Roy-Pfaff berichtete, anders als in herkömmlichen dualen Ausbildungen mehrere Betriebe – alle halben Jahre einen anderen. Dadurch sammeln sie viele Erfahrungen und erhöhen ihre Chance auf einen guten Job. Herbert Jochum bezeichnete den Verbund als "beispielhaftes Erfolgsprojekt" und dankte allen beteiligten Unternehmen. Er würdigte insbesondere, dass diese über ihren eigenen Bedarf hinaus ausbilden, um jungen Menschen eine Chance zu geben. Die neuen Azubis stellten sich bei der Jahreshauptversammlung den Mitgliedern des Wabe-Vereins vor und berichteten von ihren Einsatzorten. Außerdem organisierten die Azubis für den "Waldkircher Kindertag" der Werbegemeinschaft einen spannenden Sinnesparcours.

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Ebenfalls ein kleines Jubiläum können die Ausbildungslotsen feiern: Sie gibt es nun schon im fünften Jahr. Die jungen Erwachsenen unterstützen Schüler bei der Vorbereitung ihrer Berufswahl. Finanziert wird dieses Projekt durch Betriebe, Stadt, Landkreis, Sick-Stiftung und Gesellschafter der Wabe.

Das "Treffmahl" ist ein Projekt, das sich vor allem an Langzeitarbeitslose richtet und bei den regelmäßigen Treffen im Roten Haus – oft verbunden mit Vorträgen über Soziales, Rechtliches und Arbeitssuche – versucht, Orientierung zu bieten. Die Treffen werden durchschnittlich jeweils von 20 bis 30 Menschen besucht. Dennoch bleibe auch weiterhin festzustellen, dass es für Menschen, die schon länger ohne Arbeit sind und nicht mehr ganz jung oder gesundheitlich angeschlagen, sehr schwer sei, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.

Angelika Fröhlich (von der Volkshochschule und Vorstandsmitglied im Wabe-Verein) berichtete über Sprachkurse für Flüchtlinge, die diese erfolgreich absolviert haben. Wabe-Geschäftsführer Frank Dehring informierte über weitere Bemühungen in diesem Bereich: Die "Mammutaufgabe" der Integration könne nur gemeinsam von vielen Beteiligten in Angriff genommen werden. Beginnend beim Lernen von Pünktlichkeit, über Sprachfortschritte bis hin zur Berufsorientierung und Einstiegsqualifizierung seien viele Bausteine wichtig, um Perspektiven entstehen zu lassen.

Der Wabe-Verein hat aktuell 140 Mitglieder. Neue Schriftführerin ist Susanne Tröndle. Die Kasse wurde trotz eines Jahresdefizits von 12 000 Euro für gut befunden – das Minus wird von der "hohen Kante" ausgeglichen, und das hat derzeit noch einen sechsstelligen Umfang.

Autor: Sylvia Sredniawa