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23. September 2015

Barrierefreier Hörgenuss

Benefizkonzert mit Klassik und Chansons zugunsten der Renovierung des Gemeindezentrums.

  1. Ein Streichquartett – Carina Kaltenbach-Schonhardt und Nicole Friedrich (Geige), Katharina Weeber (Bratsche) und Carolina Berghorn (Cello) – übernimmt den Orchesterpart des Chopin-Klavierkonzerts e-moll, das William Cuthbertson (Klavier) als Solist darbietet. Foto: Hildegard Karig

WALDKIRCH. Carina Kaltenbach-Schonhardt, William Cuthbertson, Frauke Hoffmann, Carolina Berghorn, Ursula Disch, Nicole Friedrich, Fritz Schätzle, Heinz Vogel, Katharina Weber – wer sich ein bisschen in der Musikszene der Region auskennt, verbindet diese Namen mit handwerklich fundiertem Musizieren. Mit phantasievollen Programmen und Auftritten, mit der Bereitschaft, Neues zu entdecken und Unübliches neben dem klassischen Musikbetrieb zu präsentieren.

Das Benefizkonzert für Baumaßnahmen im Katholischen Gemeindezentrum St. Margarethen am Samstagabend gab Beispiel für ein sympathisches Für- und Miteinander, auch auf die musikalische Ebene bezogen.

Intime Hausmusikstimmung stellte sich ebenso ein, wie Konzertatmosphäre, beispielhaft sei der Satz aus dem Chopin-Klavierkonzert genannt mit Cuthbertson als Solist und einem Streichquartett für den Orchesterpart, besetzt mit Carina Kaltenbach-Schonhardt, Nicole Friedrich (Geige), Katharina Weber (Viola), Carolina Berghorn (Cello).

Klassische Kunstlieder (Frauke Hoffmann, Fritz Schätzle) waren neben Songs gestellt, die mit kleinsten Mitteln inszeniert besondere Stimmung schafften. Strohhut und Pfeife für den "Surabaya Song" von Kurt Weill aus dem Musical "Happy End" (Frauke Hoffmann, William Cuthbertson), die Baskenmütze für den "Spatz von Waldkirch" (Ursula Disch). Alle Beiträge lebten von solidem Können, gepaart mit Begeisterung und Spaß am Singen, Spielen, Auftreten.

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Ein Miteinander und Füreinander ließ sich auch auf die Vielfalt des Programms beziehen: Johann Sebastian Bach zu Beginn, Edith Piaf zum Abschluss.

Es wäre zu einfach, nur von "bunt und wild zusammengewürfelt" zu sprechen. Für den strengen Verfechter eines akademischen Umgangs mit klassischer Musik wurden in der Musik von Weill und Kreisler und in den Liedern von Edith Piaf vielleicht Aspekte deutlich, die durchaus neben Bach, Beethoven, Schubert oder Schumann lohnend zu entdecken sind.

Für den Liebhaber des Chansons bedeutete vielleicht die Begegnung mit der Klassik überraschenden neuen Zugang zu derselben.

Barrierefreier Zugang nicht nur in den Baulichkeiten des Gemeindezentrums, sondern auch in den Köpfen und der Aufnahmebereitschaft der Zuhörer jeder Musik gegenüber. Das schien neben allem Hörvergnügen mit dem Konzert ein Stück vorangebracht worden zu sein und berechtigte den Aufwand, den Einsatz für einen unterhaltsamen Abend.

"Wenn Sie zu Hause vor dem Fernseher geblieben wären, und hätten keine Lust auf Bach gehabt, hätten Sie herum zappen müssen, hier mussten Sie einfach nur sitzen bleiben…." Dieses Fazit von Pfarrer Heinz Vogel, der mit Klaviermusik von Bach das Programm eröffnet hatte, verabschiedete rund 150 Zuhörer, denen neben abwechslungsreichen musikalischen Genüssen auch vielfältige leibliche geboten worden waren.



Autor: Hildegard Karig