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20. Mai 2011
Die Drehorgel einfach mal neu erfinden
BZ-INTERVIEW mit Adrian Oswalt, der beim Orgelfest seine XXXL-Orgel vorstellt.
WALDKIRCH. Am kommenden Mittwoch, 25. Mai, wird die Waldkircher Orgelstiftung im Orgelbauersaal die weltgrößte Handdrehorgel im XXXL-Format präsentieren. Die Idee dazu stammt von Adrian Oswalt, dem studierten Musiker, Komponisten und Drehorgelartisten, in der Meisterwerkstatt von Jäger & Brommer in Waldkirch wurde sie nach einer Konstruktion von Orgelbaumeister Uli Sekat gebaut. BZ-Mitarbeiter Eberhard Weiß fragte bei Adrian Oswalt nach, was es mit dieser neuen Handdrehorgel auf sich hat.
BZ: Herr Oswalt, was ist das Neue an Ihrer XXXL-Orgel?Adrian Oswalt: Die jetzigen Drehorgeln, die getragen oder auf einem Wagen montiert werden, haben üblicherweise, um Gewicht zu sparen, zirka 30 Töne, also Pfeifen. Ich wollte diese Beschränkung aufheben. Meine Orgel, und dafür steht das erste X, hat 58 Töne, genauso viel wie Tasten auf dem Manual einer Kirchenorgel. Damit bin ich musikalisch nicht eingeschränkt. Das zweite X steht für die Klangfülle. Die Orgel hat verschiedene Pfeifenregister, Holz- und Metallpfeifen bis hin zu Synthesizerklängen. Ich kann nur mit den Pfeifen spielen oder die synthetischen Klänge dazu mischen. Das dritte X steht dafür, dass mich diese Orgel in die Lage versetzt, meine musikalische Phantasie in jede Richtung gehen zu lassen. Ich kann damit neue musikalische Möglichkeiten ausloten. Das Lochband ermöglicht es mir, die kompliziertesten Klangstrukturen zum Klingen zu bringen.
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BZ: Und das L ?
Oswalt: Das ist meine Lust an diesem Instrument. Es macht mir Spaß und Freude. Es ist auch eine Reise für einen Klangtüftler ins Unbekannte.
BZ: Ihre Orgel hat ein für eine Drehorgel ungewohntes Aussehen.
Oswalt: Im Augenblick besteht das Instrument aus zwei Inseln. Die eine ist das Grundregister von den tiefsten bis zu den höchsten Tönen und umfasst alle 58 Pfeifen. In der zweiten Insel befinden sich die 30 Metallpfeifen. Dazu kommt die Spieleinheit. Hier werden die Töne in traditioneller Weise mit Hilfe des Papierbandes erzeugt. Der Blasebalg stammt aus einer Kirchenorgel und ist auch ein Werk von Uli Sekat.
BZ: Im Endausbau soll die neue Orgel noch mehrere Inseln umfassen, oder?
Oswalt: Ja, das ist richtig. Aber Rezession und Finanzkrise haben den Beginn der Arbeiten verzögert. Aber Dank der tatkräftigen Unterstützung der Orgelbauwerkstatt Jäger & Brommer war es möglich, zum diesjährigen Orgelfest zwei Inseln zu fertigen.
BZ: Was ist von Ihrer Orgel beim kommenden Orgelfest zu hören?
Oswalt: Die Orgel wird am kommenden Mittwoch um 19 Uhr im Orgelbauersaal vorgestellt, beim Kirchenkonzert in der evangelischen Stadtkirche am Samstag, 28. Mai, ist sie ebenso zu hören wie am Sonntag, 29. Mai, beim ökumenischen Gottesdienst in St. Margarethen. Dabei spiele ich eigene Stücke, die ich extra dafür geschrieben habe. Dazwischen wird die Orgel am Samstagabend beim Orgelfesthock bei Jäger & Brommer mit Jazzmusik zu hören sein.
Autor: wß


