Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

23. November 2015 16:14 Uhr

Wabe-Verein

Ehrenamtliches Engagement gegen die Arbeitslosigkeit

Der Wabe-Verein unterstützt seit Jahren die Aktivitäten der Waldkircher Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft. Das Erfolgsmodell Ausbildungsverbund will er nun ausbauen – mit Blickrichtung ins obere Elztal.

Zu seiner Mitgliederversammlung traf sich der Verein Waldkircher Beschäftigungsinitiative (Wabe e.V.) im Bürgerzentrum Rotes Haus. Als Gesellschafter des Sozialunternehmens Wabe gGmbH unterstützt der Verein ehrenamtlich dessen Engagement für die nachhaltige Integration von Arbeitslosen in der Arbeitsmarkt.

In seinem Jahresbericht stellte der 1. Vorsitzende Herbert Jochum die wichtigsten derzeit laufenden Projekte der Wabe vor. An erster Stelle stehe der Ausbildungsverbund mit 19 Betrieben und Institutionen in Waldkirch und Umgebung, den es seit neun Jahren gibt. Jährlich werden zwei bis drei Ausbildungsplätze für Bürokaufleute angeboten, außerdem werden im Verbund mit der Stadt Waldkirch und dem St.-Nikolai-Stift Maler, Verkäufer und Hauswirtschafterinnen ausgebildet. Im Rhythmus von sechs Monaten wechseln die Auszubildenden die Ausbildungsbetriebe. Auch in diesem Jahr habe es gute Ausbildungsabschlüsse gegeben, was von Betrieben und der Öffentlichkeit immer stärker anerkannt werde. Alle Absolventen fanden eine feste Anstellung. Bei der Mitgliederversammlung stellten sich einige der neuen Auszubildenden vor. Die Finanzierung des Ausbildungsjahres 2015/2016 sei dank der großzügigen Spenden einzelner Unternehmen des Ausbildungsverbundes gesichert und derzeit überlege man, für weitere Berufe solche Verbünde zu gründen und die Aktivitäten ins obere Elztal auszuweiten.

Werbung


Ein weiteres wichtiges Projekt zur Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit, erläuterte Jochum, sei der seit vier Jahren bestehende "Ausbildungslotse". Die vertiefende Berufsorientierung für Schüler der Waldkircher Hauptschulen und der Realschule habe sich dank des intensiven Engagements der beiden sozialpädagogisch erfahrenen Lotsen und der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit Handwerksbetrieben und anderen Institutionen bestens bewährt.

Mit dem Projekt "TreffMahl" sei im Café des Roten Hauses ein offener Treff geschaffen worden, an dem man sich in ungezwungener Atmosphäre mit anderen austauschen kann. Es gebe ein Programm mit von Spezialisten unterschiedlicher Fachgebiete angebotenen Themen, das sich an Arbeitslose und andere Bedürftige wende, um ihnen Rat und Hilfe in prekären Lebenssituationen anzubieten.

Angelika Fröhlich berichtete über die Kooperation mit der Volkshochschule beim Sprachprojekt "Deutsch für Immigranten". Die Kurse seien gut besucht und im Kürze werden die Teilnehmer ihre ersten Examina mit besten Erfolgsaussichten ablegen. Man möchte dann auch weiterführende Kurse mit 200 Unterrichtsstunden für Auszubildende anbieten. Für die Weiterführung und den Ausbau des Projekts im kommenden Jahr wurden Mittel in den Vereinshaushalt eingestellt.

Für die jüngste, von Armin Welteroth initiierte Projektidee "Langzeitarbeitsunfähigkeit" – ihre Folgen und deren Vermeidung wird ein Konzept und ein Beratungs- und Vortragsprogramm für 2016 erarbeitet.

Bei der Klausurtagung des Vereins im Oktober stand das Thema Flüchtlinge im Mittelpunkt. Man machte sich Gedanken über mögliche Qualifizierungsmaßnahmen. Insbesondere solle der Sprachunterricht forciert werden, und zwar möglichst praxisnah, etwa in Verbindung mit sozialer Arbeit. Frank Dehring, Geschäftsführer der gemeinnützingen GmbH Wabe, stellte einige Mitarbeiter und Projekte der gemeinnützigen Gesellschaft vor. Er berichtete über das Zweite-Hand-Kaufhaus "Hin und Weg", den "Weltladen" in Waldkirch sowie über den "Bildungsspender" – die Vergabe von zinsfreien Kleinstdarlehen – und das "Azubi-Seminar" mit Projektarbeit und Kommunikationskursen.

Satzungsänderung: Bisher gab es neun Beisitzer, künftig werden es "mindestens sechs und höchstens zwölf" sein. Eine absolute Ausnahme sei es, berichtete der Vereinsvorsitzende Herbert Jochum, dass die Jahresrechnung mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen werden konnte. Grund sei der 65. Geburtstag des zweiten Vereinsvorsitzenden und Oberbürgermeisters a.D. Richard Leibinger gewesen. Anstelle von Geschenken hatte er die Gratulanten um Spenden für die Wabe gebeten.

Wahlen: Wiedergewählt wurden die Vorsitzenden Herbert Jochum und Richard Leibinger und Kassenwartin Angelika Fröhlich. Schriftführer ist jetzt Herbert Grünwald. Neue Beisitzer sind Barbara Berhorst, Benno Bohn, Wolfgang Ruf, Roland Tibi und Susanne Tröndle. Wiedergewählt wurden die Beisitzer Jutta Beckmann, Christof Burger, Ilka Kern, Margarete Ossola und Armin Welteroth. Als Beisitzer ausgeschieden sind Lothar Beckmann, Hans Farina, Helmut Kleinböck und Ralf Sauter. Kassenprüfer sind wieder Gabi Schindler und Hugo Ruppenthal.

Autor: Helmut Rothermel