Ein temperamentvolles musikalisches Feuerwerk

Gabriele Zahn

Von Gabriele Zahn

Do, 06. September 2018

Waldkirch

Die spanische Pianistin Emma Stratton spielte im Elztalmuseum.

WALDKIRCH. Beim Abschlusskonzert des 19. Internationalen Peter-Feuchtwanger-Meisterkurses für Klavier im Barocksaal des Elztalmuseums spielte die Pianistin Emma Stratton Werke von Chopin und Rachmaninow sowie von spanischen Komponisten. Das Publikum war von der Leichtigkeit, mit der Stratton ihre Stücke interpretierte, begeistert.

Stratton absolvierte in der Woche zuvor bei Kursleiter William Cuthbertson einen Intensivkurs: Sie war als einzige der angemeldeten jungen Künstler angereist. Cuthbertson dankte bei der Begrüßung den Sponsoren, die diesen Individualkurs möglich machten. Stratton begann das Konzert mit den Etüden Opus 25 von Frederic Chopin. Diese Etüden gehören zu den schwierigsten Werken im Klavierrepertoire, berichtete Cuthbertson. Über den quirlig-wogenden As-Dur-Akkorden spielte Stratton die verträumte Melodie so vorzüglich, dass sie wie ein Gesang klang. Humorvoll interpretierte sie die weiteren drei Etüden aus diesem Opus und ließ die Musik quicklebendig und präsent wirken.

Die beiden melancholischen Préludes aus den Opera 32 und 23 in gis- und g-moll von Sergei Rachmaninow spielte Stratton so fließend und leicht, dass sie mit Fröhlichkeit durchwirkt schienen und freudigen Tatendrang vermittelten. Bemerkenswert war der Anschlag jedes Tones, der von Note zu Note variierte.

Sodann wandte sich Stratton, die aus Katalonien kommt, der spanischen Musik zu. Die beiden Komponisten Isaac Albinez und Enrique Granados gehörten zu den Erneuerern der spanischen Musik. Stratton ließ die Werke "El Puerto" und "Spanischer Tanz Nr. 5 Andaluza" dieser beiden Meister temperamentvoll lebendig werden, so dass sich der Zuhörer die spanische Gemeinde und die Tänze bildlich und in Details vorstellen konnte.

Bei den Spanischen Tänzen für Klavier zu vier Händen Opus 12 von Moritz Moszkowski musizierten Stratton und Cuthbertson miteinander. Während ihr Partner mit britischer Bescheidenheit seinen tieftonigen Part filigran als Basso continuo wirken ließ, setzte Stratton beherzt mit jugendlicher Unbeschwertheit das spanische Tanzthema darüber. Dieser Kontrast harmonierte gut, da dadurch viel mehr Details der Musik hörbar wurden.

Eine Steigerung war nach diesem Werk kaum denkbar. Doch Stratton schaffte es, zum Finale des Konzerts mit Allegro de Concierto von Granados ein musikalisches Feuerwerk zu präsentieren.

Als Dank für den überschwänglichen Applaus spielte Stratton als Zugabe mit feurigem Temperament "Sacramento" von Joaquin Turina. Die Zuhörer im gut besuchten Barocksaal waren tief beeindruckt von den musikalischen Leistungen der 19-jährigen Katalanin und prophezeiten ihr eine große Karriere.