Hindernisse für Rollstühle

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 01. Juli 2017

Waldkirch

Begehung der Lange Straße durch den Behindertenbeirat.

WALDKIRCH (jube). Überwiegend entgegenkommende Resonanz erfuhren die Mitglieder des Beirats für Menschen mit Behinderung bei ihrer Begehung der Lange Straße in Waldkirch. Begleitet von einem Mitarbeiter des Gemeindevollzugsdienstes, Günter Blum, gingen sie die Gehwege vor den Geschäften und Lokalen der Innenstadt ab, um zu prüfen, wie leicht oder wie beschwerlich ein solcher Gang für Gehbehinderte und Sehbehinderte oder Blinde ist.

Viele Geschäfte stellen Warenständer, Pflanzkübel, Fahnen, Stehtische und Plakatständer auf den Gehweg. Diese "Möblierung" gehört zum Bild einer geschäftigen, belebten Stadt. Sie können aber in manchen Fällen zu Hindernissen, sogar zu Gefahren für Behinderte werden. Blinde brauchen, um ihren Blindenstock einsetzen zu können, eine Orientierungslinie am Rand des Gehwegs. Die Bordsteinkante ist gefährlich wegen des Autoverkehrs oder nicht benutzbar wegen parkender Fahrzeuge. Die Häuserwände sind vielmals zugestellt und für Blinde nicht ertastbar. Besonders problematisch ist es, wenn auf beiden Seiten des Gehwegs so genannte Kundenstopper aufgestellt sind.

Für Rollstuhlfahrer spielt die Breite des benutzbaren Weges eine große Rolle. Mindestens 1,50 Meter müssen frei bleiben, so der Vollzugsbeamte. Für die Gegenstände auf den Gehwegen brauchen Ladeninhaber und Gastronomen eine Sondererlaubnis, die mit genauen Regelungen verbunden ist. Ohne böse Absicht werden diese Regeln oft nicht eingehalten. Plakatständer zum Beispiel dürfen nur direkt an der Hauswand oder ganz nah am Bordstein aufgestellt werden und nicht mitten auf dem Gehweg. Der Behindertenbeirat führte in diesen Fällen ein aufklärendes Gespräch und demonstrierte an Ort und Stelle, wie sich Hindernisse auf dem Gehweg auswirken können. Alle Probleme wurden bereitwillig und verständnisvoll gelöst. Über die rechtlichen Aspekte klärte Günter Blum auf; die Auswirkungen von Hindernissen auf Behinderte erklärten die Mitglieder des Beirates. Einen Missstand können die Geschäftsleute kaum beeinflussen: Manche Kunden stellen ihr Fahrrad so unbedacht auf dem Gehweg ab, dass es zu einem sperrigen Hindernis wird. Hier hilft vielleicht dringendes Bitten. Der Beirat bedankt sich bei denjenigen, die mit dem Bereich vor ihren Betrieb vorbildlich umgehen, und bei dem Mitarbeiter des Rathauses für seine Unterstützung.