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08. September 2015

Immer schön aus dem Handgelenk heraus

Abschlusskonzert des Feuchtwanger-Meisterkurses im Elztalmuseum zeigt die Ergebnisse einer Woche intensiver Arbeit am Klavier.

  1. Kursleiter William Cuthbertson gratuliert den Teilnehmern nach dem Konzert (von links): Christian Loeschcke, Urs Weilenmann, Agnes Joshi-Meili, Mirko Rechnitzer und Hans Branger. Foto: Hildegard Karig

WALDKIRCH. Zum 16. Mal präsentierte der Klavier-Meisterkurs Peter Feuchtwanger ein Abschlusskonzert, das am Freitagabend im Barocksaal des Elztalmuseums stattfand und trotz der Ferien erfreulich viele Interessierte anlockte.

Waren es im vergangenen Jahr beim 15. Meisterkurs, den Peter Feuchtwanger in Waldkirch anbot, zehn Schülerinnen und Schüler, so war der Kurs in diesem Jahr mit fünf Teilnehmern eine kleine, dafür sehr ergiebige Gruppe, wie Lehrende und Lernende übereinstimmend formulierten. Martina Barufke, die Einzelstunden in Alexandertechnik gab, und Stefan Blido, der die praktischen Übungen von Peter Feuchtwanger vermittelte, vervollständigten das Lehrangebot von William Cuthbertson. Der Waldkircher Pianist, der schon seit vielen Jahren Peter Feuchtwanger bei der Durchführung der Meisterkurse assistiert, war in diesem Jahr allein verantwortlicher und betreuender Pianist, da Feuchtwanger erkrankt war.

Das Programm und die Interpretationen des Abschlusskonzertes erinnerten an Klavier-Schülerkonzerte: unterschiedlich im Niveau, programmatisch bunt zusammengewürfelt, mehr oder weniger aufgeregte Akteure. Die spezielle Spieltechnik, eher aus einer ruhigen waagerechten Unterarm- und Handgelenkhaltung heraus, die Peter Feuchtwanger propagiert, hatten sich alle Spieler deutlich zu eigen gemacht, der musikalische Ausdruck blieb sehr unterschiedlich.

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Dass ein solcher Kurs nicht nur in der Perfektion der Spieltechnik besteht, sondern sich darüber hinaus mit angrenzenden Bereichen befasst, ist sinnvoll und wurde hinter den Interpretationen sichtbar. Der Gewinn für jeden Einzelnen mochte ganz individuell ausgefallen sein, prägte unterschiedlich das Auftreten von Agnes Joshi-Meili, Hans Branger, Mirko Rechnitzer, Christian Loeschcke und Urs Weilenmann. Die Körperhaltung, die Anschlagstechnik, der Umgang mit Lampenfieber, die Neugier, was an Musik hinter den Noten und der notwendigen Technik zu entdecken ist, die Ansätze, sich "frei" zu spielen und dem Duktus der Musik vor allem anderen Gehör zu verschaffen, auf die Wertigkeit der einzelnen Stimmen zu achten und sie offen zu legen.

Viele Momente, die Musik im Augenblick der Wiedergabe als solche erlebbar machen und nicht nur ein Vehikel für virtuose Technik bleiben, waren auszumachen. Sicherlich hätte vieles noch differenzierter, noch sicherer, noch ausdrucksvoller gespielt werden können, manchmal wäre ein bisschen weniger an Kraft mehr gewesen. Aber: Sich mit einem erarbeiteten Musikstück öffentlich zu präsentieren und Beachtliches vorzuweisen, war den Beifall wert. "Wir haben unser Bestes gemacht, um die Arbeit (Peter Feuchtwangers) fortzusetzen.": Die Worte Williams Cuthbertsons zur Begrüßung konnten als Fazit für eine Woche gemeinsamer Arbeit und für das Abschlusskonzert stehen.

Autor: Hildegard Karig