"Irreführung über Belastung"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 02. März 2017

Waldkirch

BI nennt andere Zahlen.

ELZTAL (BZ). Zur Aussage bei einer Veranstaltung zum Bahnausbau in Elzach, die dort Armin Dietz, Leiter des Gesundheitsamts, traf, äußert sich nochmals Elztalbahn-BI-Sprecher Niklas Vartmann.

In Dietz’ Aussage, dass im Umfeld von Bahnstrecken nur Feldstärken von 0,16 Mikrotesla erreicht würden – und auch das nur, wenn ein Zug fährt – vermutet die BI den Versuch, den Bahnanwohnern zu suggerieren, dass nur lächerlich geringe Feldstärken im Umfeld von Bahnstromleitungen erreicht werden, wenn ein Zug fährt und somit der Grenzwert von 300 Mikrotesla weit unterschritten wird. "Aber egal wie man diese Aussage auch interpretiert", sie habe einen gewaltigen Haken "und ist somit falsch", so die BI. Entweder meine Dietz, dass Anwohner pro Zug einer kurzzeitigen Belastung von 0,16 Mikrotesla ausgesetzt sind. In diesem Fall wäre aber die Aussage "im Umfeld" total unkonkret, da die Höhe der Belastung vom Gleisabstand abhängt. 0,16 Mikrotesla wäre etwa die Belastung pro Zug in 30 Meter Abstand, erläutert die BI. Allerdings lägen viele bewohnte Grundstücke in einem Abstand von unter 10 Metern "und somit Belastungen von 25,0 Mikrotesla pro Zug", so die BI.

Oder Dietz meine, dass generell Anwohner an Bahnstrecken, nach Berechnung eines 24-Stunden-Mittelwertes, im Schnitt einer Belastung von 0,16 Mikrotesla ausgesetzt sind. In diesem Fall wäre aber wiederum die Aussage "und auch das nur, wenn ein Zug fährt" nicht richtig, da der Mittelwert die Belastung pro Minute (Dauerbelastung) wiedergibt und nicht pro Zug. Messungen der BI an der Münstertalbahn in 10 Metern Abstand hätten Dauerbelastungen von 0,35 Mikrotesla ergeben. "Unter 10 Meter werden diese deutlich höher sein und an Bahnhöfen durch Beschleunigen und Abbremsen der Züge doppelt so hoch." Die BI vermutet durch solche Aussagen eine gezielte Irreführung über die tatsächliche Belastung.