Neustart mit frischen Ideen

Katja Rußhardt

Von Katja Rußhardt

So, 14. Januar 2018

Waldkirch

Der Sonntag Das Waldkircher Georg-Scholz-Haus-Kunstforum ist umgezogen.

Der Name bleibt – der Ort ist neu: Unter diesem Motto steht der Umzug des Georg-Scholz-Haus-Kunstforums in die Räume der ehemaligen Musikschule Waldkirch. Heute können Interessierte das neue Domizil im Rahmen einer unkuratierten Mitgliederausstellung kennenlernen.

Die Stadt Waldkirch hatte das in ihrem Besitz befindliche Haus an die Sick-Stiftung veräußert, nachdem diese kein viertes Stockwerk im angrenzenden Gisela-Sick-Bildungshaus realisieren konnte. Das bedeutete das Aus für den langjährigen Galeriebetrieb in der charmanten "Villa Gütermann". In den Räumen der ehemaligen Galerie des Georg-Scholz-Haus-Kunstforums wird nun Schülern Zugang zu naturwissenschaftlichen Fächern mit besonderen Angeboten vermittelt. Die Musikschule hatte bereits im September vergangenen Jahres ihre alten Räumlichkeiten verlassen, um das oberste Stockwerk des Bildungshauses zu beziehen.

Intensive Suche nach dem Alternativstandort

"Nachdem wir wussten, dass wir ausziehen mussten, haben wir intensiv nach einer Alternative gesucht. Es war eine bedrückende Situation", erinnert sich Vorstandssprecher Ehrhard Sachs. Einen Mietvertrag über zwei Jahre haben die rund 100 Mitglieder des Georg-Scholz-Haus-Kunstforums nun von der Stadt erhalten – für Räume im ersten Obergeschoss des "Bürgerhauses" an der Schlettstadtallee, in dem unter anderem die Waldkircher Mediathek untergebracht ist. Der Maler Georg Scholz, bedeutender Vertreter der "Neuen Sachlichkeit" und einst Bürgermeister der Stadt, begrüßt die Eintretenden wie im alten Domizil bereits am Eingang. Eine alte Treppe mit reich verziertem Geländer führt in die neuen Gefilde des Kunstforums. "Es gibt hier unterschiedlich große, helle Räume mit sehr schönen Ausblicken auf die Elz und alten Baumbestand", schildert der Fotograf und Kunstforum-Mitglied Roland Krieg die Gegebenheiten. Neonröhren sind im langen Flur durch seine Anregung mit farbiger Folie verblendet worden und beleben den schlichten Gang nun mit roséfarbenem und blauem Licht. "Wir sind in einer fantastisch kurzen Renovierungszeit mit allen Arbeiten fertig geworden", freut sich Erhard Sachs. Nur dreieinhalb Tage habe man mit einer Gruppe von zehn Personen gebraucht, um die ehemaligen Probenräume der Musikschule Waldkirch in acht moderne Ausstellungsräume zu verwandeln. Ungeachtet der nicht allzu langen Mietzeit sei frischer Wind spürbar. Insbesondere die neue Lage im Zentrum der Stadt eröffne viele Möglichkeiten: "Wir sind sehr motiviert, Neues umzusetzen, offen für neue Ideen und haben schon Anregungen von außen bekommen. Dazu gehört beispielsweise eine offene Galerie an Markttagen", sagt Sachs. Man wünsche sich, dass "Laufkundschaft" einfach vorbeikomme und hereinschaue. Einen Kaffee trinken kann man in der zugehörigen Caféteria jedenfalls immer.

Gelegenheit, sich die neuen Räume anzuschauen haben Interessierte heute beim Ausklang der unkuratierten Mitgliederausstellung und ab 28. Januar bei der ersten von vier großen Ausstellungen mit zeitgenössischen Künstlern. Als erstes werden Zeichnungen und Skulpturen von Dietrich Schön zu sehen sein. Er ist freier Künstler und Leiter des Kolleg Kunst an der Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik, wo er als Dozent seit 2011 auch Druckgrafik und plastisches Gestalten unterrichtet.