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22. Januar 2016

Nistkästen für kleine Taucher

Naturschutzbund und Bergwacht bringen in einer gemeinsamen Aktion Nistkästen für Wasseramseln entlang der Elz an.

  1. Bei ungemütlichem Wetter brachten Mitglieder der Waldkircher Bergwacht Nistkästen des Naturschutzbundes für Wasseramseln an den Brücken im Stadtgebiet, hier in Kollnau, an. Foto: Sylvia Sredniawa

  2. Wasseramseln sitzen gern auf Steinen im Fluss. Foto: Nusser-Schütz

WALDKIRCH. Bei widrigen Witterungsbedingungen brachten Mitglieder der Bergwacht Waldkirch Nistkästen des Nabu-Kreisverbands Emmendingen für Wasseramseln an allen Elzbrücken im Stadtgebiet Waldkirch sowie am Kohlenbach und am Altersbach an. Damit soll dem einzigen Singvogel, der auch tauchen kann, geholfen werden, seinen Nachwuchs aufzuziehen.

Normalerweise, so erklärt Angela Fremmer vom Naturschutzbund, brauchen Wasseramseln keine Nester. Selbst das Brüten erledigen sie oft nur in einer Ansammlung von Treibgut – aber so etwas findet sich kaum noch in der Elz, weil die Ufer aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht und des Hochwasserschutzes oft von größerem Bewuchs freigehalten werden und teils sogar wie blankgeputzt wirken. Deshalb muss der Wasseramsel geholfen werden.

Der Naturschutzbund hat daher für das Stadtgebiet acht Nistkästen anfertigen lassen, in die die kleinen Vögel, die übrigens als Indikator für sauberes Wasser in Flüssen gelten, hineinschlüpfen und brüten können. Das tun sie schon im Winter, deshalb war jetzt – zumindest für sie – ein guter Zeitpunkt, die Kästen anzubringen.

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Die Bergwacht, die ja auch sonst bei Wind und Wetter im Einsatz ist, übernahm die Aufgabe und brachte mitten im Schneetreiben die Kästen an. Nico Zink, Thomas Schmieder und Claudius Löffler rückten dafür mit ihrer Bergausrüstung an und kletterten über die Brückenbrüstungen nach unten, denn unterhalb der Brücken sind die Kästen am besten geschützt. Ihre neuen Behausungen finden die Wasseramseln nun am Langmursteg, der Galgenbrücke, dem Jünglings- und Jungfernsteg, an der Kollnauer Brücke, am Altersbach nahe der Theodor-Heuss-Straße sowie an der Einmündung des Kohlenbachs in die Elz. Die Abstände der Brücken erwiesen sich dabei als ideal, erläuterte Angela Fremmer, denn sie stehen weit genug auseinander für die einzelnen Reviere der Vögel.

Wasseramseln sind erkennbar an ihrer weißen Brust. Dicht über dem Wasser fliegen sie rasch hin und her und tauchen immer wieder in die Fluten – egal, wie kalt das Wasser gerade ist. In der Elz fühlen sie sich auch deshalb wohl, weil sie hier mitten im Fluss Sitzsteine finden, auf denen sie kurz pausieren können.

Dann geht es auf den nächsten Tauchgang, wobei sie ihre Flügel so stellen, dass die Strömung sie nach unten drückt. So ist es in einem Material des Nabu über die Wasseramsel zu lesen. Dem Vögelchen gelinge es sogar, auf dem Grund entlangzutippeln. Wasseramseln ernähren sich von Wasserinsekten oder kleinen, wirbellosen Tieren, die tauchend und schwimmend erbeutet werden. Zusätzlich zum stabilen Bestand entlang der Elz kommen derzeit noch andere Eurasische Wasseramseln als Wintergäste in unser Gebiet.

Autor: Sylvia Sredniawa