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02. August 2016

Schlaues über den Luchs

Informationstafel der Luchs-Initiative im Schwarzwaldzoo am umgestalteten Luchs-Gehege.

  1. Peter Hoch (links) vom Freundeskreis Schwarzwaldzoo freute sich über die Infotafel und Spende der Luchs-Initiative, hier vertreten durch deren Vorsitzenden Peter Willmann. Foto: Fotos: Sylvia Sredniawa

  2. Interessiert beobachtete Luchs Hannes das Geschehen. Foto: Sylvia Sredniawa

WALDKIRCH. Wie erkenne ich einen Luchs? Wo leben Luchse? Ist der Luchs gefährlich für den Menschen? – Diese und weitere Fragen beantwortet eine neue Informationstafel im Schwarzwaldzoo und ergänzt den ebenfalls neu gebauten Besuchersteg, der jetzt bessere Beobachtungsmöglichkeiten auf die scheuen Tiere gibt.

Das ganze Gehege bis zum Steg wurde durch Mitglieder des Freundeskreises Schwarzwaldzoo und von diesem beauftragten Handwerkfirmen überarbeitet. Dort haben jetzt die Luchse Elliot und Hannes mehr Platz zum Herumstreifen. Manchmal verstecken sie sich aber auch, dann kommt die neue Info-Tafel der Luchs-Initiative Baden-Württemberg, finanziert vom Freundeskreis Schwarzwaldzoo, gerade recht: Man erfährt, dass Luchs-Männchen bis zu 25 Kilo schwer werden und die wilden Katzen Pinselohren haben. Die Tiere bevorzugen geschlossene Waldgebiete mit eingestreuten Felsen als Ruheplätze. Der Luchs greift Menschen nicht an, eine Begegnung im Wald ist unwahrscheinlich. Insgesamt zwölf Fragen werden auf der Tafel gestellt und gut verständlich beantwortet.

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Die seit über 30 Jahren bestehende Luchs-Initiative, die sich für eine wissenschaftlich begleitete Rückkehr des Luchses an geeignete Lebensräume, wie den Schwarzwald, einsetzt, hat die Infotafel erstellt, da das Interesse am Luchs stark gestiegen ist. "Schuld" daran ist unter anderem Friedl, ein Luchs, der aus der Schweiz in den Schwarzwald eingewandert ist und hier großräumig unterwegs ist. Außer ihm sind derzeit wohl noch drei andere Luchskater in Baden-Württemberg auf Wanderschaft, auch im Gebiet Rohrhardsberg und im Glottertal gab es in jüngerer Zeit Sichtungen. Nur von einem der vier seien Risse an Nutztieren bekannt, berichtet Peter Willmann, Vorsitzender der Luchs-Initiative. Die anderen schauen sich nach Wildtieren um, in der Regel reißen sie wenige und fressen sie vollständig auf.

Im Bereich Pfälzer Wald/Nordvogesen wurden gerade drei junge Luchse aus der Slowakei ausgewildert.

Die Schwarzwaldzoo-Luchse Elliot und Hannes sind schon zu alt, um sie auswildern zu können. Um ihre Lebensbedingungen, aber auch die Beobachtungsmöglichkeiten durch Besucher zu verbessern, hat der Freundeskreis Schwarzwaldzoo das Gehege vergrößert. Von einem Steg aus kann man die Tiere jetzt ohne störende Gitter beobachten. Zur Unterstützung der Bemühungen übergab die Luchs-Initiative einen Scheck über 300 Euro an Peter Hoch. "Gerne unterstützen wir den Freundeskreis bei seiner Arbeit, durch Naturpädagogik Kindern und Erwachsenen die Lebensweise der verschiedenen Tierarten näher zu bringen", sagte Peter Willmann. Auch Vertreter von Forst und Naturschutz waren bei der Übergabe der Infotafel dabei. "Das Geld können wir gut gebrauchen", dankte Peter Hoch, denn die Zoo-Erneuerung geht weiter: Im neuen Nachbargehege der Luchse, zwischen Steg und Nasenbären, werden demnächst die Waschbären einziehen und ebenfalls ohne Gitter zu beobachten sein. Ins alte Waschbärengehege ziehen anschließend die Füchse ein. Ebenfalls in unmittelbarer Nachbarschaft wohnt eine Nerzmutter mit sechs Jungen – die Teil eines europäischen Zuchtprogramms sind, zu dem die Auswilderung der Jungtiere gehört.

Info: Der Schwarzwaldzoo hat in der Hauptsaison täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.


Autor: Sylvia Sredniawa