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03. November 2011
Senioren helfen Senioren am PC
Stadtseniorenrat Waldkirch macht fit für den Umgang mit PC / Sechs Personen lassen sich zum Internet-Helfer ausbilden.
WALDKIRCH. Viele ältere Menschen möchten gerne das Internet nutzen, jedoch fehlt es manchmal an Kenntnis im Umgang mit PC und Internet. Dies soll sich ändern. Bei der Auftaktveranstaltung zur Gründung einer Senior-Internet-Initiative in Waldkirch, erklärten sich mehrere Freiwillige bereit, andere Senioren ehrenamtlich zu unterstützen. Den Erfolg einer Senior-Initiative zeigte Alexander Decker am Beispiel der Stadt Friedrichshafen auf Einladung des Stadtseniorenrats.
Seit neun Jahren bietet der Stadtseniorenrat PC-Kurse an. Eine Befragung der Kursteilnehmer hat nun gezeigt, dass sich alle nach Ende der Kurse weiterhin einen Ansprechpartner für Fragen rund um PC und Internet wünschen. Dies erklärten Vorstand Werner Gehrke und dessen Stellvertreter Bernd Schenk bei der Infoveranstaltung im Alten- und Pflegeheim St. Nikolai. Beide zeigten sich erfreut über die Anwesenheit von Stiftungsleiter Wolfgang Ruf und zwei Dutzend Senioren, die mehr über die Gründung einer Initiative erfahren wollten.Über 50 aktive Senior-Internet-Initiativen gibt es bislang im Land. Diese Gruppen von Internet erfahrenen Senioren helfen älteren Menschen bei Fragen und Problemen im Umgang mit dem Internet. Das Land fördere dies noch bis Jahresende mit dem Projekt "Internet goes Ländle", erklärte Schenk. Daher beabsichtigt der Stadtseniorenrat, die Gründung einer Initiative möglichst zügig auf den Weg bringen.
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Die Vorteile einer Mitgliedschaft im landesweiten Netzwerk erläuterte dessen Vorstand Alexander Decker, der in Friedrichshafen am Bodensee den Verein "Senioren Internet Treff" ins Leben gerufen hat. Laut Decker erhalten ehrenamtliche Senioren als Internet-Helfer kostenlos Lernmaterial, um Senioren im Umgang mit dem PC zu trainieren.
Der finanzielle Aufwand von 60 Euro jährlich für eine Mitgliedschaft im Netzwerk sei gering. Der Kurs sei für Teilnehmer kostenlos, den Beitrag entrichte die Senioren-Initiative. Das hält Werner Gehrke auch für Waldkirch machbar: "Ich bin sicher, das können wir stemmen."
Alexander Decker stellte den 2008 in Friedrichshafen gegründeten Verein vor. Dort besuchen "80 ständige Gäste" pro Woche acht verschiedene Kurse. "Wir nutzen kostenlos Computerräume an drei Grund- und Hauptschulen", so Decker. Ob dies auch für Waldkirch eine Option wäre, wird sich noch entscheiden. Der Stadtseniorenrat könne Räumlichkeiten anmieten, bot Gehrke an. Denkbar sei auch die Nutzung des Mehrgenerationenhauses oder eines Altenwohnheims.
Nach dem Vortrag entschieden sich mehrere Zuhörer für eine Weiterbildung zum Senior-Internet-Helfer. Dies wertete Schenk als positives Signal. Er zweifle nicht, dass sich weitere Helfer und lernfreudige Senioren finden. Bereits heute seien 29,2 Prozent der 60- bis 80-Jährigen "mit dem Netz verbunden". Die Bedeutung der neuen Medien, da ist sich Schenk sicher, werde für die ältere Generation in Zukunft weiter steigen.
Dem Vorurteil der PC-Unkenntnis im fortgeschrittenen Alter setzte Decker noch ein amüsantes Video entgegen: Darin nervt eine alte Dame den Verkäufer mit dummen Fragen so lange, bis er ihr den PC gratis in die Arme drückt, um die lästige Alte los zu werden. Sehr zur Freude der Seniorin, die mit demselben Trick im nächsten Geschäft, einen nagelneuen Drucker erschwindelt. Natürlich sei dies, so der Stadtseniorenratschef Werner Gehrke, nicht zur Nachahmung empfohlen.
Autor: Christine Speckner
