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08. Juli 2016

Stürmischer Applaus

Konzert mit William Cuthbertson im Elztalmuseum.

  1. William Cuthbertson Foto: G. Zahn

WALDKIRCH. Die Sommer-Matinee mit Pianist William Cuthbertson umfasste Werke von Beethoven, Chopin und Schumann. Auf seine unaufdringliche Art arbeitete Cuthbertson die Melodien gut heraus. Das Publikum war begeistert.

Als Ludwig van Beethoven die Sonate in Es-Dur Opus 31 Nummer 3 schrieb, habe er angefangen, an Hörverlust zu leiden, erklärte Pianist William Cuthbertson, trotzdem sei diese Sonate die fröhlichste und verschmitzteste Sonate, die Beethoven komponiert habe. Cuthbertson startete verhalten. Er ließ die Töne fließen, ganz im Sinne von Peter Feuchtwanger, den er viele Jahre bei seinen Meisterkursen unterstützte und der vor wenigen Wochen gestorben war. Beethovens Musik fordert die Interpretation des Musikers, damit die in den Noten niedergeschriebene Leichtigkeit vom Zuhörer auch gehört werden kann. Noch während des ersten Satzes legte Cuthbertson die Zurückhaltung ab und ließ die Töne wie Quellwasser fröhlich fließen. Wesentlich lebendiger und dynamischer intonierte er das anschließende Scherzo, den zweiten Satz der Sonate. Dieses Scherzo vereint Gegensätzliches. Die runde und getragene Melodie klingt wie ein Gesang, ist aber keinesfalls melancholisch. Im letzten Satz der Sonate, dem "Presto con fuoco" – mit Feuer – arbeitete Cuthbertson die Melodien gut heraus bei einem für ein Presto moderatem Tempo.

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Kontrastierend zur Beethovens Sonate imponierten die drei Mazurken Opus 59 von Frederic Chopin expressiv fröhlich-tänzerisch mit dem für Mazurken markanten 3/4-Takt. Doch zum Tanzen selbst sind diese Stücke nicht geeignet. Vielmehr geben sie eben die Stimmung bei einem polnischen Tanz wieder.

Zum Abschluss des Konzerts spielte Cuthbertson die Symphonischen Etüden Opus 13 von Robert Schumann. Die Etüden sind Variationen über ein Thema mit einer Länge von zweimal acht Takten. Jeder der 12 Sätze hat einen ganz eigenen Charakter mit symphonischem Klang. Das Publikum war von der Vorstellung begeistert und spendete lang anhaltenden Applaus.

Als Hommage an Peter Feuchtwanger spielte Cuthbertson als Zugabe den Choral "Ich ruf zu Dir, Herr" von Johann Sebastian Bach in der Bearbeitung von Ferruccio Busoni. Cuthbertson kündigte an, dass das Konzert am 31. August anlässlich des Meisterkurses von William Cuthbertson mit Sanja Stefanovic und Sophia Grech ein Gedenkkonzert an Peter Feuchtwanger sei. Stefanovic hat bei Feuchtwanger Klavier studiert. Das Konzert beginnt am 31. August um 19.30 Uhr im Elztalmuseum.

Autor: Gabriele Zahn