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27. September 2012

Unbeschwert zelebrierter Hörgenuss

Die "Vier Evancellisten" boten stimmigen Auftakt der Reihe "Kammer-Konzerte am Bruckwald".

  1. Die „Vier Evancellisten“ im Saal der Arbeits- und Lebensgemeinschaft am Bruckwald. Foto: H. Karig

WALDKIRCH. Das erste der Konzerte der Reihe "Kammer-Konzerte am Bruckwald 2012/2013" war ein Auftakt, der als unbeschwerter, stimmiger Hörgenuss in Erinnerung bleiben wird. Vier Cellisten, die sich nach gemeinsamer Studienzeit in Weimar jetzt neben festen Engagements als Orchestermusiker seit 2008 als Violoncelloquartett zusammengefunden haben, boten ein phantasievolles, pralles Programm. Bunt, weil verschiedene Stilrichtungen nebeneinander, weil Originalliteratur neben Bearbeitungen gestellt waren. Bunt aber auch, weil Bekanntes in neuer Aufmachung andere Klangfarben ins Spiel brachte.

Markus Jung, Hanno Riehmann, Lukas Dihle und Mathias Beyer gestalteten die einzelnen Nummern mit großer Spielleidenschaft, technisch souverän und die Möglichkeiten ihres Instrumentes voll ausschöpfend. Es gelang ihnen, die vielen wechselhaften Stimmungen und Gefühle, die das Repertoire beinhaltete, jeweils authentisch und überzeugend darzustellen. Es war nicht nur verträglich, sondern geradezu vergnüglich für die Zuhörer, sich von Nummer zu Nummern mitnehmen zu lassen aufs Tanzparkett, auf die Opernbühne, in Konzertsäle oder Musikhallen.

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Nach einem sehr weichen, warmen und romantischen Anfang (G. Paque), wurde mit der Elegie für vier Violoncelle von Josef Werner das breite Spektrum der dem Instrument möglichen Tonfärbungen ausgereizt. Sphärisch und unwirklich bis orchestral klangmächtig präsentierte sich das Quartett, um dann leidenschaftlich-sinnlich Tango und Co. zu interpretieren.

Mit dem Adagio von Samuel Barber war ein Stück aufgenommen, welches seine Popularität vor allem als Trauermusik erlangt hat. Dem Quartett gelang es, das Stück in aller Intensität zu gestalten, ohne es zu überladen. Die vier Musiker agierten konzentriert und lebhaft im Zusammenspiel, Soloparts und Begleitung wechselten von einem zum anderen, beim umeinander Ranken der Stimmen war der Bezug aufeinander ebenso zu spüren wie die spielerische Begeisterung, die einige Ungenauigkeiten aufhob.

Man mochte den Bearbeitungen der Opernarien Skepsis entgegenbringen. Die Arrangements bestachen aber durch ihre Stringenz und sorgten für neue Hörerlebnisse. Wie sehr die vier Musiker zu fesseln wussten, zeigte sich beim Samba, der ausschließlich durch Piccicato-Klänge geradezu zelebriert wurde: Eine fallende Stecknadel wäre zu hören gewesen!

Die erfreulich vielen Zuhörer ließen sich in das so souverän dargebotene Programm in seiner Vielfalt gerne mitnehmen, was auch am spontanen und kräftigen Applaus abzulesen war. Er wurde mit zwei Zugaben von Benny Goodman beantwortet. Sie setzten einen erfrischend-swingenden Schlusston und weckten in ihrer Originalität Vorfreude auf die nächsten Konzerte.

Autor: Hildegard Karig