Von Liebe und Erdbeerfeldern

Karin Heiß

Von Karin Heiß

Mi, 31. Oktober 2012

Waldkirch

Beatles Nacht im kommunalen Kino "Klappe 11" / No Plastic Band zeichnete den Werdegang der Pilzköpfe musikalisch nach.

WALDKIRCH. "50 Jahre Beatles", das gab dem kommunalen Kino Waldkirch "Klappe 11" Grund, im Jubiläumsjahr eine besondere Veranstaltung zu organisieren: Eine Beatlesnacht, mit passender Musik und Film und Bildmaterial aus dem Leben und von den Auftritten der legendären Liverpooler Band.

Die Idee stammte von Christian Bühler aus dem Vorstandsteam, wie Vorsitzender Alexander Schoch bei der Begrüßung im katholischen Pfarrzentrum St. Margarethen betonte. Mit der regionalen "No Plastic Band", die seit jeher im Repertoire ihren Schwerpunkt auf die Stücke der Beatles legt und diese perfekt rüberbringt, fand sich die richtige Besetzung für den Live-Konzert-Part, bei dem die zahlreichen Beatles- und/oder No Plastic Band-Fans auf ihre Kosten kamen und ordentlich abtanzten.

Die Wahl des Veranstaltungsortes hatte auch eine Geschichte: "Hier hat ein Teil der No Plastic Band vor 35 Jahren (damals als Vorgruppe von "Rumpel", die sich "Kuddelmuddel" nannte, wie später Gitarrist Dieter Eck erzählte) ihren ersten Auftritt gehabt", so Schoch. Und schließlich tat die "Klappe 11" für sich auch noch eine Gemeinsamkeit mit den Beatles auf. "Das Kino ist 14 Jahre alt, und die Beatles haben 14 Alben rausgebracht." In der Zeit wurden laut Schoch 3642 Kilometer Film gezeigt und die Rillen auf den Alben erreichen eine Gesamtlänge von 3668 Zentimetern. Eine erstaunliche und wenig bekannte beziehungsweise bewusste Info gab der Vorsitzende dann auch noch preis: "Die Beatles traten nur acht Jahre auf Bühnen auf, von 1962 bis 1970", danach wurde nur noch Musik im Studio gemacht und aufgenommen.

Mit großem Gejohle – zum Glück nicht ganz so schrill wie die Hysterieausbrüche der Mädels in den Filmausschnitten, sobald die Beatles irgendwo erschienen – wurde die "No Plastic Band" begrüßt. Die fanden den richtigen Einstieg mit "Love me do" und ab da war die Tanzfläche vor der Bühne bei jedem Stück gut belegt. Der musikalische Werdegang der Beatles wurde akustisch und gesanglich toll nachgezeichnet und ihre optische Entwicklung, von den jungenhaften Pilzköpfen über rechte Hippies bis hin zu den ruhiger wirkenden Musikern späterer Jahre, an der Leinwand dahinter ausgestrahlt. Bei den Filmausschnitten von Auftritten hatten die Live-Musiker mal Pause.

Evergreens, wie "She loves you", "All you need ist love" und "It’s been a hard days night", wurden von Balladen, wie "Strawberry fields forever", "Let it be" und "While my gitarre gently weaps" abgelöst. Und dazwischen gab es auch mal was anderes, von Interpreten wie Manfred Man’s Earth Band (1968, "Mighty Quinn"), Graham Gouldman (1966, "Bus stop") und von Lovin’ Spoonfull (1966, "Summer in the City). Bei dieser Zusammenstellung kam bei Leuten ab einem gewissen Alter Freude und so manche nostalgische Erinnerung auf. Doch auch Jüngere zeigten sich begeistert. Die "No Plastic Band", das sind die Musiker Ralf Paske (Gitarre/Gesang), Tom Schwörer (Keyboards), Klaus-Dieter Kienzler (Bass/Gesang), Dieter Eck (Gitarre/Leadgesang) und Volker Eck (Schlagzeug/Leadgesang), hatte den wiederholten großen Beifall ganz klar verdient.