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29. Januar 2017 20:43 Uhr

Holocaust-Gedenken

Waldkirch enthüllt ein Mahnmal für die ermordeten Menschen in Litauen

Der Waldkircher SS-Mann Karl Jäger gab 1941 den Befehl zur Ermordung 138.272 Menschen in Litauen. In Waldkirch wurde am Samstagabend nun ein Mahnmal für die Opfer enthüllt – die meisten waren Juden.

  1. Die fünf Säulen stehen für das fünfte Gebot. Foto: Sylvia Sredniawa

  2. Das neue Mahnmal in Waldkirch. Foto: Sylvia Sredniawa

  3. Die Enthüllung Foto: Sylvia Sredniawa

  4. Die Enthüllung Foto: Sylvia Sredniawa

  5. Mitglieder der Ideenwerkstatt Waldkirch in der NS-Zeit am Mahnmal. Foto: Sylvia Sredniawa

  6. Bei der Enthüllung des neuen Mahnmals. Foto: Sylvia Sredniawa

Die fünf Basaltsäulen, die für das fünfte Gebot – Du sollst nicht töten – stehen, wurden am Sonntagabend zusammen mit zwei Schrifttafeln von Oberbürgermeister Roman Götzmann und dem Historiker Wolfram Wette enthüllt.

Zwei Tafeln erläutern die grausamen Ereignisse

Das Denkmal wurde von Bildhauer Thomas Friedrich, March, geschaffen. Zwei Tafel erläutern die historischen Ereignisse und fragen die Nachgeborenen mit einem Gedicht von Eva Maria Berg "Wo stehen wir / wo stehst du / was tust du fortan / du an deinem Platz / wenn Menschen aufgrund von / Aussehen Glauben Denken / in Frage gestellt werden / was tust du um entgegenzuwirken / mit deiner Kraft / da du gefragt bist du.

Seit Jahrzehnten beschäftigen sich die Bürger der Stadt mit der Beziehung zu diesen historischen Ereignissen in Litauen in den Jahren 1941/42, für die der Waldkircher SS-Mann Karl Jäger als Einsatzleiter die Befehle gab. Zur Einweihung kamen auch der litauische Botschafter Deividas Matulionis und die Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Litauens, Faina Kukliansky, sowie Vertreter des Hilfsvereins der Ghettoüberlebenden. Sie bedankten sich für das Engagement der Ideenwerkstatt "Waldkirch in der NS-Zeit", aber auch der Stadtverwaltung, des OB und Gemeinderates sowie der katholischen Seelsorgeeinheit.

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Staatsminister a.D. Gernot Erler nahm ebenso wie OB Götzmann in seiner Rede auch Bezug auf die aktuellen Ereignisse in Deutschland rund um die AfD und die Höcke-Äußerungen zum Holocaust-Denkmal in Berlin und mahnten, dass das Erinnern niemals aufhören dürfe. Das sei man den Opfern der damaligen Ereignisse ebenso schuldig wie der heutigen und den künftigen Generationen.

Autor: Sylvia Sredniawa