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10. Dezember 2009
Die Heilige Familie grüßt
An der Waldshuter Kaiserstraße haben viele Fassaden Hauszeichen – so nun auch das Haus Gamp
WALDSHUT-TIENGEN (hjh). Viele Hausfronten an der Kaiserstraße haben einen besonderen Farbtupfer: das Hauszeichen. Neuerdings grüßt auch über der Bäckerei Gamp wieder die Heilige Familie. Heinrich Dold, ehrenamtlicher Mitarbeiter der Denkmalpflege im Kreis Waldshut, wünscht sich noch mehr bunte Zeugnisse der Vergangenheit an den Fassaden.
Mit der "Flucht nach Ägypten" ließen Karl-Heinz und Erika Gamp ein Bild als Hauszeichen neu auftragen, das dort bis vor 70 oder 80 Jahren prangte. Bei einer Renovierung vor 19 Jahren waren die Reste des Originals mit dem alten Putz völlig verschwunden. Jetzt begeisterte der ehrenamtliche Denkmalpfleger Heinrich Dold, seit Jahrzehnten beim Erhalt historischer Bausubstanz engagiert, den Hausbesitzer für die Idee. Und nachdem Restaurator Wolfgang Karle aus Bolschweil im Markgräflerland sein Werk vollendet hat, darf Erika Gamp an der Verkaufstheke auch das eine oder andere Kompliment für die Neuerung entgegennehmen.Viele Häuser in Waldshuts "guter Stube" tragen wieder Hauszeichen. Sie wurden im Mittelalter als Orientierungshilfe üblich, als die Städte wuchsen und Straßennamen sowie Hausnummern noch unbekannt waren. Das Merkzeichen in der Kaiserstraße 4 hat Bezug zur einstigen Nutzung der zusammengebauten drei Häuser zwischen Kaiser- und Wallstraße. Sie waren Kaplaneien, zur Marienstraße hin erinnern nun Inschriften auf der Fassade an die Calvarienberg-, Jacobs- und Ursus-Kaplanei in Waldshut.
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Auch andere Häuser an der Kaiserstraße trugen einst Hauszeichen und könnten sie nach einer Renovierung wieder tragen, meint Dold, der von den Besitzern gern informiert werde, "immer wenn ein Gerüst aufgestellt wird". Eine Voruntersuchung wird von der Denkmalbehörde bezuschusst, und was die Wiederherstellung betrifft, sei man mit 2000 bis 3000 Euro dabei. Unterlagen über viele Waldshuter Hauszeichen findet der Denkmalschützer und Pensionär im Nachlass des viele Jahre ehrenamtlich tätigen Stadtarchivars Konrad Sutter, der das Thema ausgiebig erforscht hat. Das Wandbild muss übrigens auch mit der städtischen Baubehörde der abgestimmt werden.
Die Fronten der Waldshuter Kaiserstraße waren laut Heinrich Dold einst überhaupt "viel farbiger gewesen als man glaubt". Den noch gültigen Farbenplan für die Fronten der Altstadt, der etwa vier Jahrzehnte alt ist, hält der Handwerksmeister längst für "überholungsbedürftig".
Auf der Suche nach alten Hauszeichen hilft der ehrenamtliche Denkmalpfleger Heinrich Dold aus Dogern, speziell wenn an der Kaiserstraße Fassaden renoviert werden. Einen Hinweis wünscht sich Dold auch vor Erdbewegungen im Bereich der Waldshuter Altstadt. Längst nicht alle historische Befestigungsanlagen seien bekannt.
Kontakt: Heinrich Dold ist erreichbar unter Telefonnummer 07751/2323.
Autor: bz
