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10. August 2010

Flucht zweier Liebender und ein Sprung in den Rhein

Waldshuter Chilbi-Theater "Lebenslust und Verbrechen" wird mit filmischer Einspielung abgerundet / Dreh in der Schmittenau.

  1. Fluchtszenen am Rhein: Noch sind Gräfin Esterházy (Simone Endres) und ihr Kavalier Schulenberg (Jörg Hilger) auf dem Trockenen. Bald wird Kameramann Andreas Günther von ihnen allerdings den Sprung ins Wasser verlangen. Foto: Herbst

WALDSHUT-TIENGEN (BZ). Durchs Feuer für das Waldshuter Publikum sind die Akteure des Chilbi-Theaters schon in vergangenen Vorstellungen gegangen – doch in diesem Jahr gehen sie sogar ins 16 Grad kühle Rheinwasser. Nicht auf der Bühne auf der Kaiserstraße, sondern in einem Film, der in der Vorstellung von "Lebenslust und Verbrechen" am Abend des Chilbi-Samstags (siehe Info) auf der Bühne eingespielt wird. Die Aufnahmen dazu machten Regisseur Wolfgang Schmidt von der Theaterwerkstatt Heidelberg sowie sein Team aus Profischauspielern und Laiendarstellern jüngst am Rhein in der Schmittenau, abgesichert von Rettungsschwimmern der DLRG.

Im aktuellen Chilbi-Theaterstück "Lebenslust und Verbrechen" dreht sich alles um – historisch belegte – amouröse und kriminelle Begebenheiten in der Stadt. Eine dieser Geschichten mit amourösem Hintergrund behandelt die Flucht von Gräfin Esterházy und ihres Liebhabers Schulenburg durch den Rhein bei Waldshut in die Schweiz. Simone Endres und Jörg Hilger von der Theaterwerkstatt Heidelberg spielten nun am Rhein diese Szene nach. Und ein Sprung ins Kühle Rheinwasser gehörte am Ende dazu. Ein Sprung aus dem Fenster eines Gashofs, mit dem sich die zwei Liebenden vor ihren Verfolgern retten, gehört auch zur Szene. Das Fenster, das dabei im eingespielten Film beim Chilbi-Theater zu sehen sein wird, gehört übrigens zum am Rhein gelegenen Waldshuter Gasthof Fährhaus.

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Eingebaut in die Rahmenhandlung des Theaterstücks, in der sich ein Gefangener im Waldshuter Gefängnis (Christoph Kaiser, Theaterwerkstatt) und ein Aufseher (Martin Maier) die Nacht mit Sex- und Crime-Geschichten aus der Stadt vertreiben, sind weitere Geschichten und Geschehnisse: der Tod eines Waldshuter Junggesellen vor über 100 Jahren in Basel, der von drei wütenden Kartenspielern und Zechern erstochen wurde, Szenen aus einem mittelalterlichen Freudenhaus in Waldshut, einer Art Saunaclub mit hölzernen Badezubern aber absolut nicht holzig-spröden Damen, und der Ausbruchsversuch zweier Gefangener im August 1972 aus dem Waldshuter Gefängnis.

Erste Eindrücke vom Theater gibt es übrigens morgen, Mittwochabend, bei den ersten Proben auf der Kaiserstraße.

CHILBI-THEATER

Theaterspektakel "Lebenslust und Verbrechen", Szenen aus der Stadtgeschichte, am Chilbi-Samstag, 14. August, 20.30 Uhr, auf der Kaiserstraße. Eintritt kostenlos.

Recherche: Hans Mies.

Skript: Babette Steinkrüger.

Regie: Wolfgang Schmidt.

Bühnenbild: Günter Hermle.

Akteure: Theaterwerkstatt Heidelberg und 200 Laiendarsteller.

Mehr zur Chilbi im Internet unter http://www.chilbi.de
 

Autor: BZ

Autor: bz