Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

08. Januar 2014

Zahl der Adoptionen ist rückläufig

Zwölf Kinder im Landkreis wurden 2013 adoptiert / Im Jahr davor waren es noch 20 / Landesweit 619 Bewerbungen von Paaren.

KREIS WALDSHUT (teb). Die Zahl der Adoptionsfälle sinkt. Im Jahr 2012 wurden im Kreis Waldshut zwölf Kinder adoptiert (Vorjahr: 20). Trotz rückläufiger Zahlen: Die Bewerbungsliste möglicher Eltern ist landauf, landab nach wie vor lang. Ende 2012 lagen den Adoptionsvermittlungsstellen im Land 619 Bewerbungen von Paaren vor, die gerne ein Kind adoptieren möchten, sechs davon im Kreis.

Landesweit wurden im Jahr 2012 556 Kinder und Jugendliche adoptiert, 96 weniger als im Vorjahr (minus 15 Prozent), geht aus Zahlen des Statistischen Landesamtes hervor. Damals, im Jahr 2011, war die Zahl der Adoptionen erstmals seit 2003 wieder leicht gestiegen, momentan geht sie nun weiter zurück. In den Neunzigerjahren registrierte die Statistik jährlich noch mehr als 1000 Adoptionen. Der seitdem vergleichsweise recht deutliche Rückgang dürfte zum einen mit dem allgemeinen Geburtenrückgang einhergehen, da parallel auch die Zahl der zur Adoption freigegebenen Babys sinkt.

Zum anderen liegt es wohl an der Kindschaftsrechtsreform, die sich auf die Stiefelternadoptionen auswirkte, da durch die rechtliche Gleichstellung ehelicher und nicht ehelicher Kinder eine Adoption nicht mehr zwingend erforderlich ist. Adoptionen in Patchworkfamilien machen dennoch die Mehrzahl der Fälle aus, zuletzt umfassten sie landesweit rund zwei Drittel aller Fälle, sprich: die Kinder wurden von neuen Partnern der leiblichen Mutter oder des Vaters adoptiert. Ein Drittel der landesweit Adoptierten kam hingegen in fremde Familien. Auf Kreisebene gehen die Zahlen freilich nicht so weit ins Detail. Über die Adoptivkinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft schweigt sich die Statistik für den Kreis Waldshut aus. In ganz Baden-Württemberg waren rund ein Drittel aller 556 Jungen und Mädchen ausländische Adoptivkinder. Gut die Hälfte davon (94 Kinder) stammte aus Europa, darunter 43 Kinder aus Ländern der Russischen Föderation. Ein Fünftel der Kinder kam aus Asien, und weitere zwölf Prozent stammten aus Nord- und Südamerika, besonders aus Kolumbien und Brasilien. "Die Hälfte der ausländischen Kinder wurde aus Anlass der Adoption nach Baden-Württemberg geholt", wissen die Statistiker.

Werbung

Autor: bz