Badevergnügen am "Brennet Beach"

Jörn Kerckhoff

Von Jörn Kerckhoff

Mi, 29. März 2017

Wehr

Stadt Wehr schlägt vier Baumaßnahmen für das trinationale Projekt "Rheinliebe" vor / Der Fluss soll erlebbarer gemacht werden.

WEHR. Je näher einem etwas ist, desto mehr verblasst seine Schönheit und Bedeutung. Das ist mit dem Rhein nicht anders. Das trinationale Projekt "Rheinliebe" soll den Rhein wieder mehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Dafür kämpft auch der Wehrer Bürgermeister Michael Thater. Vier Projekte möchte die Stadt Wehr auf ihrer Gemarkung in das Gesamtprojekt einbringen, um den Rhein erlebbarer zu machen.

"Brennet Beach", "Hans-Thoma-Impressionen", "Rhein-Wehra-Kliff" und "Wasser erleben/Anlegestellen" lauten die Titel der vier Projekte, die auf einem Kilometer des Rheinufers in Brennet entstehen sollen. Die Stadt Wehr arbeitet im Moment mit dem Planungsbüro "Pro Eco Umweltplanung" zusammen, um die Projekte dann – gemeinsam mit den Plänen der Städte Bad Säckingen sowie Rheinfelden Baden und Schweiz und den Gemeinden Grenzach-Wyhlen, Möhlin, Wallbach, Mumpf und Stein – bei der IBA Basel einzureichen.

Die Städte und Gemeinden aus der Schweiz und aus Deutschland haben sich bei der Umsetzung zusammengetan und reichen ihre zahlreichen Projekte unter dem Titel "Rheinuferweg extended" ein. Klaus Eberhardt, Oberbürgermeister von Rheinfelden/Baden, hat die Leitung bei dem gemeinsamen Projekt übernommen. Der Rheinuferweg extended soll als so genanntes Leuchtturmprojekt mit 70 Prozent der Gesamtkosten gefördert werden. Die Aussichten auf Erfolg schätzt Michael Thater als sehr hoch ein. Es habe bereits Signale gegeben, dass das Gemeinschaftsprojekt auf viel Zustimmung stoße. "Wir waren von Anfang an bei diesem Projekt mit dabei", betont Thater, der selbst im Vorstand des Arbeitskreises Trinationaler Eurodistrict Basel (TEB) Ost sitzt. Für ihn hat das Projekt Rheinliebe eine ganz besondere Bedeutung. Zum einen fördere das Gemeinschaftsprojekt der Schweiz, Frankreichs und Deutschlands das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Dies sei in Zeiten zunehmender Abgrenzung und wachsendem Nationalismus ein starkes Zeichen, so der Wehrer Rathauschef. Außerdem sei es wichtig, den Rhein auf sanfte Weise erlebbarer zu machen. Einzelne Projekte sollen die Menschen anlocken, ohne zum Ort für Massentourismus zu werden.

Die Projekte am Brenneter Rheinufer erfüllen darüber hinaus mehr als nur den Zweck des sanften Tourismus. So soll etwa mit dem Brennet-Beach auch verhindert werden, dass bei Hochwasser die Uferböschung immer weiter weggespült wird. An einigen Stellen sollen Betontreppen am Ufer angebracht werden. Die sollen zum Verweilen einladen, aber auch das Ufer schützen. "Wir wollen nicht die ganze Strecke am Badestrand zubetonieren, aber die Stellen, die besonders gefährdet sind, schützen", erklärt Thater.

Auch mit den Hans-Thoma-Impressionen sollen Aufenthaltsmöglichkeiten nach dem Vorbild des Landschaftsmalers geschaffen werden. Sie sollen mit Silberweiden, Steinen und Holzstämmen gestaltet werden und sich dadurch ganz natürlich in die Landschaft einfügen. Etwas wuchtiger kommt da das Rhein-Wehra-Kliff daher. Im Bereich der Wehramündung soll ein etwa acht Meter hoher Aussichtsturm errichtet werden, der an die Wachtürme der Römer erinnern soll, die hier einst gesiedelt haben.

Schließlich soll die Anlegestelle für den Rheindampfer "Trompeter" wieder nutzbar gemacht werden. Der Rhein sei in diesem Bereich inzwischen so verlandet, dass der Dampfer dort nicht mehr anlegen könne, so Thater. Bei der Neugestaltung soll die Anlegestelle so gebaut werden, dass sie auch von den Mitgliedern des Motorbootclubs und des Kanuvereins mitgenutzt werden kann.

Thater rechnet damit, dass die Pläne im Sommer konkretisiert werden, im Herbst wird über die Projekte der Rheinliebe entschieden. Sollten die vier Wehrer Projekte die Zustimmung der Kommission finden, würden diese in den kommenden drei bis vier Jahren umgesetzt, schätzt Thater. Die Gesamtkosten belaufen sich nach der aktuellen Kalkulation auf 210 000 Euro, 70 Prozent davon kämen im Idealfall als Förderung.