Chio-Ball bleibt weiterhin erhalten

Jörn Kerckhoff

Von Jörn Kerckhoff

Mi, 15. Februar 2017

Wehr

Die Stadtmusik Wehr könnte in Zukunft die Hauptverantwortung für den beliebten Fasnachtsball übernehmen.

WEHR. Beim Begriff "Chio-Ball" bekommen viele Fasnachtfans der Region leuchtende Augen. Er gehört zu den beliebtesten Fasnachtsbällen in der Gegend. Am Samstag laden die "Chio Maicos" wieder zum Ball in die Stadthalle nach Wehr. Und entgegen allen Gerüchte wird es nicht das letzte Mal sein.

"Auf Safari in Afrika" lautet das Motto des Chio-Balls 2017. Das Motto hat einen Hintergrund. Im vergangenen Jahr waren die Chios nämlich tatsächlich in Namibia und machten sich einen Eindruck von Land und Leuten. Von diesen Eindrücken inspiriert, gaben sie das Motto für ihren Fasnachtsball aus. "Das Motto hatten wir vor neun Jahren schon mal", gibt Chio-Boss Heinz Blum zu. Aber nach der Reise sei es einfach passend. Außerdem gibt das Motto Safari und Afrika auch immer eine Menge Raum für Verkleidungen. Und Verkleidung ist Pflicht beim Chio-Ball, ohne Verkleidung kein Zutritt. Das gilt seit Beginn der 90er Jahre, als die Chio Maicos ihren Ball ins Leben riefen.

Die Halle öffnet um 19 Uhr, die Musik mit "Wälderwahn" legt um 20.11 Uhr los. Außerdem werden noch drei Guggemusiken ihren Auftritt haben, so Heinz Blum. Das werden die "Gassahuber" aus Herrenberg und die "Hotzehüüler" aus Rickenbach sein, die dritte stehe noch nicht fest. Tanz, Unterhaltung, Stimmung bis drei Uhr , genau dafür steht der Chio-Ball und nicht weniger versprechen die 13 Chio Maicos ihren Gästen auch in diesem Jahr.

Und übrigens, auch im nächsten und übernächsten Jahr. "Es wird den Chio-Ball weiter geben", so Blum. Damit tritt er Gerüchten entgegen, es sei der letzte Chio-Ball, der am Samstag stattfindet. Es gab in den vergangenen Wochen Äußerungen, dass es der letzte Chio-Ball in dieser Art sein wird. Und wie das in der Gerüchteküche so ist, wird aus dem letzten in dieser Art ganz schnell der letzte überhaupt. Es könne sein, dass es im Hintergrund Veränderungen geben wird, so Blum. Für die Besucher der Bälle werde das aber nicht spürbar sein.

Mit nur 13 Aktiven seien die Chios eine sehr kleine Gruppe, der Aufwand, einen Fasnachtsball zu organisieren sei aber enorm, so Blum. Besonders die Auflagen würden immer mehr und machten es Veranstaltern daher immer schwieriger. Mit nur 13 Mann sei das kaum zu stemmen. "Wir haben viele Freunde, Verwandte und Bekannte, die uns bei dem Ball helfen, aber die Belastung ist doch sehr groß", erzählt Blum. Rund 50 Helfer seien beim Ball im Einsatz, die jedes Jahr zusammengetrommelt werden müssen.

Für so eine kleine Gruppe wie die Chios – ein richtiger Verein sind sie nicht – sei das schon jedes Mal eine große Herausforderung. Sinnvoller wäre es, wenn ein größerer Verein die Hauptverantwortung für den Ball übernehmen würde, so Blum. Durch die Nähe zur Stadtmusik Wehr – die Chios sind 1973 aus der Stadtmusik heraus entstanden – läge es nahe, die Gesamtverantwortung an die Stadtmusik abzugeben. Zusammen mit dem Musikverein Rickenbach gehört die Stadtmusik auch jetzt schon zu den großen Unterstützern beim Chio-Ball. Damit würde sich aber nur im Hintergrund einiges ändern, der Ball an sich bleibe davon unangetastet, so Blum. Wer die Verantwortung innehat, würde den Besuchern letztendlich egal sein.