Ein Konzert, drei Jugendorchester

Hansjörg Bader

Von Hansjörg Bader

Mo, 22. Mai 2017

Wehr

Nachwuchsmusiker aus Wehr und Rickenbach haben bei ihrem Auftritt in der Stadthalle das Publikum begeistert.

WEHR. Drei Jugendorchester – ein Ziel: Dem Publikum gute Musik zu bieten. Und das schafften die Jugendkapelle, die Zöglinge – Nachos genannt – der Stadtmusik Wehr und die Gäste vom Musikverein Rickenbach ganz ausgezeichnet. Zwei Stunden beste Unterhaltung boten die Formationen am Samstag in der gut besetzten Stadthalle.

Etwas Anderes, als feine Blasmusik zu hören zu bekommen, ist bei dem Renommee, die die Nachwuchsmusiker aus dem Wehratal und dem Hotzenwald haben, fast ausgeschlossen. Schließlich gingen beide mit besten Noten aus den letzten Wertungsspielen hervor, die Besucher konnten also schon Einiges an Leistungen erwarten – und diese wurden nicht enttäuscht.

Der Vorsitzende der Stadtmusik, Harald Vesenmeier, freute sich in seiner Begrüßung besonders über die Anwesenheit des Rickenbacher Jugendorchesters. Einmal wegen der guten Verbindungen (die Hauptorchester hatten einmal zeitgleich denselben Dirigenten) und zum anderen wegen des Jubiläums der Jugendabteilung.

Die Hotzenwälder feiern nämlich in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. Vesenmeier unterstrich die Kraft der Musik. Sie verbinde, festige, sozialisiere und sei wichtig besonders im Leben und der Entwicklung von Kindern. So war dann auch sein Appell an alle, ihre Kinder in die Musikvereine zu schicken.

Die Wehrer Nachos begannen mit dem Programm. Seit zwei Jahren üben diese unter Leitung von Joachim Pfläging. Der Weg war bisher zwar nicht immer leicht, aber dafür auch erfolgreich. Takte und Rhythmik bringen die Jungen und Mädchen immer besser in Einklang, auch das Zusammenspiel klappt und so hörte sich alles, was sie boten, recht gut an. 2018 sollen die Zöglinge ganz planmäßig in die Jugendkapelle integriert werden. Ganz feine Blasmusik war danach dann von der Jugend der Stadtmusik unter Leitung von Birgit Trinkl zu hören. Welcher Stilrichtung sich das Orchester auch zuwandte, alle Melodien wurden sehr sicher und sauber gespielt. Ein Grundsatz, der seit einem Jahr tätigen studierten Orchesterleiterin ist, die Musiker und Musikerinnen gut zu führen, das Beste an Leistungen aus diesen herauszuholen und ihnen die Freude an der Musik nicht zu vergällen. Die Wehrer hatten mehrheitlich schwungvolle bis poppige Kompositionen zu bieten.

Ein etwas anderes Bild bot das Jugendorchester Rickenbach unter Leitung von Ralf Eckert. Schon rein optisch kamen die Orchestermitglieder vom Wald anders daher. Schwarz deren Outfit und ein größeres Sammelsurium an Instrumenten gegenüber den Wehrern. Mehr Perkussion, also Schlag- und Effektinstrumente, dazu E-Gitarren und Xylophon.

Und die alle wurden zur Freude des Publikums sehr gut, gekonnt, differenziert und zuweilen recht lautstark eingesetzt. Was besonders gefiel, war die Kombination aus Vokalgesang und Blasmusik. Mit einem Lied in schwedischer Originalsprache überraschte Verena Wagner. Deren kräftige Stimme begeisterte alle. Auf die Herausgabe eines Programmes war bei diesem Konzert verzichtet worden. Erläuterungen zu den Kompositionen gab es durch die jeweiligen Ansager der Musikblocks.