Kinder machen sich mit dem Roten Kreuz vertraut

Jörn Kerckhoff

Von Jörn Kerckhoff

Mo, 13. August 2018

Wehr

Beim Kinderferienprogramm "Blaulicht an" in Öflingen finden sich 40 Interessierte ein, die allerhand gezeigt bekommen.

WEHR-ÖFLINGEN. Rettungseinsatz am Sonntagmorgen beim Jugendhaus in Öflingen. Zum Glück nur ein simulierter. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus Wehr und Öflingen rückte im Rahmen des Kinderferienprogramms unter dem Programmpunkt "Blaulicht" an – also kein Grund zur Panik. Und genau um Panik beziehungsweise darum, dass man keine Panik haben braucht, wenn das DRK anrückt, ging es dabei.

Wenn der Rettungswagen mit lautem Tatütata anrückt, ist für gewöhnlich etwas passiert – ein Unfall oder jemand ist schwer erkrankt. Allein so eine Situation sorgt schon für Angstzustände bei allen Beteiligten. Wenn dann noch die Rettungssanitäter ihre Gerätschaften auspacken, kann sich diese Angst verstärken, wenn man nicht weiß, was die nun mit einem vorhaben. Melanie Wenk, Rettungssanitäterin beim DRK, kennt solche Reaktionen von vielen Einsätzen. Genau deswegen hatte sie die Idee, die Kinder, die sich angemeldet hatten, über die Arbeit des DRK zu informieren. Schließlich wollen die Ersthelfer ja keine Angst verbreiten, sondern eben helfen.

Und die Neugier auf das DRK war groß, 40 Kinder hatten sich zu dieser Veranstaltung angemeldet. Sie durften einen Blick in die Einsatzwagen werfen, sich erklären lassen, warum jemand eine Halskrause angelegt bekommt, oder wie ein Defibrillator funktioniert. Ganz schön spannend. "Nichts anfassen", machte Wenk ganz zu Beginn des Programms deutlich. Einmal den falschen Knopf im Einsatzwagen gedrückt und schon wäre die Polizei alarmiert worden. Und so etwas sollte natürlich vermieden werden.

"Früher hatten wir den Besuch im Krankenhaus Bad Säckingen unter dem Motto keine Angst vor dem OP im Programm", erklärt Jochen Steinmann von der Stadtjugendpflege Wehr. Auch dort sei es darum gegangen, durch Aufklärung Ängste zu nehmen. Das Krankenhaus gibt es nicht mehr, da sei es schön, dass Melanie Wenk auf die Idee gekommen sei, einen neuen Punkt ins Kinderferienprogramm zu bringen, der zumindest ähnlich ist, so Steinmann.

Natürlich waren die Kinder neugierig und hatten viele Fragen, die die Experten des DRK alle beantworteten. Für das DRK kam es bei dieser Veranstaltung auch noch auf den Werbeeffekt an. Denn nicht nur bei Rettungseinsätzen gibt es Arbeit für die Helfer, auch bei Blutspendeaktionen oder Sportveranstaltungen sind sie im Einsatz. Und dafür braucht das Deutsche Rote Kreuz auch immer wieder Nachwuchs. Wenn sich nur ein paar Kinder später daran erinnern, welch wertvolle Arbeit das DRK leistet, kommen sie vielleicht auch einmal dazu – so die Hoffnung, die auch Frank Mattes, Vorsitzender des DRK in Wehr, mit einer solchen Aktion verbindet.