Offene Gärten starten am Samstag

Michael Krug

Von Michael Krug

Mi, 13. April 2011

Wehr

Früher Frühling freut Initiator Fritz Lehmann – und bringt in auch in Schwierigkeiten / Fünf neue Gärten sind mit dabei.

WEHR. Der traumhafte Frühlingsanfang hat Fritz Lehmann aus Brennet gehörig ins Schwitzen gebracht. Als Initiator der Veranstaltung "Offene Gartentür am Hochrhein" musste er für die aktuelle Veranstaltungsreihe terminlich umdisponieren – und beginnt schon am kommenden Samstag mit dem ersten offenen Garten mit dem Schwerpunkt Pfingstrosen in Schliengen im Landkreis Lörrach.

"Ich bin entsetzt", lacht Lehmann über den formidablen Start in den April. "Das Wetter hat meine ganzen Planungen für die Aktion in Schwierigkeiten gebracht", erklärt er anhand des ersten Gartens, der am Samstag seine Pforten für die Besucher öffnet. "Der Päoniengarten in Schliengen zum Beispiel könnte im Extremfall schon Probleme bekommen." Schließlich blühen die Pfingstrosen schon seit gut zwei Wochen. Und nichts Schlimmeres für einen Gartenbesitzer, als den Besuchern einen verblühten Garten zu zeigen.

Auch Lehmann selbst schaut mit ein wenig Bammel auf den 22. Mai. Da nämlich ist er selbst dran mit seinem Irisgarten in Brennet. "Auch mir könnte das passieren, dass da schon nichts mehr blüht." Die Vegetation sei durch die ungewöhnliche Wärme zwei bis drei Wochen weiter als üblich für die Jahreszeit.

25 Gärten nehmen bei der vierten Auflage der "Offenen Gartentür" teil. "Wir können dieses Jahr fünf neue Gärten präsentieren", freut sich Lehmann. Einige Teilnehmer seien nicht mehr dabei. Das habe aber meist zeitliche oder gesundheitliche Gründe, weiß der Organisator. Denn nach seiner Kenntnis liefen die Veranstaltungen immer reibungslos ab. "Ich habe noch nie davon gehört, dass sich irgendjemand verletzt hat, oder das was gestohlen wurde oder irgendjemand was kaputt gemacht hat."

Insofern ist Lehmann auch ein wenig ratlos, warum es wieder nur so wenige aus dem Landkreis Waldshut gibt, die ihren Garten der Öffentlichkeit zeigen. "Es gibt genügend schöne Gärten auch hier", weiß Lehmann aus eigener Anschauung. Tatsache ist aber, dass der überwiegende Teil der Gärten, die an der Aktion mitmachen, im Landkreis Lörrach zu finden ist. "Vielleicht fehlt vielen auch einfach die Traute", mutmaßt Lehmann.

Natürlich hat er auch Verständnis, dass nicht jeder gern die Öffentlichkeit in seinem Garten hat. Schließlich kommen im Schnitt – Lehman wagt da mal eine grobe Schätzung – etwa 200 Besucher an solch einem Tag. "Wenn da der Garten nur durch das Haus zu erreichen ist, würde ich auch nicht mitmachen", kann er mitfühlen.

Der Landkreis Waldshut ist schwach vertreten

Selbst Schweizer sind mittlerweile fester Bestandteil der Aktion. "Das freut mich besonders, da so auch ein wenig dieser Grenzgedanke verschwimmt", gibt Lehmann zu. Und auch bei der Analyse der Besucherströme kommt Lehmann auf ein für den Landkreis Waldshut eher ernüchterndes Ergebnis: "Ich schätze, dass etwa 60 Prozent aus dem Landkreis Lörrach kommen, ein Drittel aus dem hiesigen Landkreis und der Rest aus der Schweiz."

Dabei ist für Gartenfreunde auch in der vierten Auflage wieder alles dabei. Vom romantischen Bauerngarten in Herrischried-Hornberg über einen 1200 Quadratmeter großen Garten, durch den ein natürlicher Bach fließt, bis hin zum Rosengarten oder einem Englischen Garten. 43 Termine bis zum Anfang Oktober stehen auf der Liste, mancher Garten ist auch über mehrere Tage hinweg zu besichtigen. Was Fritz Lehmann jetzt, nachdem sich seine Veranstaltung entlang des Hochrheins etabliert hat, noch fehlt, ist ein Sponsor. Bislang nämlich druckt er die Flyer und Broschüren noch auf eigene Kosten.

Weitere Informationen über die Aktion "Offene Gartentür am Hochrhein" bekommen Sie im Internet unter http://www.gartentage.info. Dort ist auch eine Liste der Gärten mit Öffnungszeiten zu sehen

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